Qualmte ganz schön: Das Osterfeuer am Obersee in Schildesche. - © Barbara Franke
Qualmte ganz schön: Das Osterfeuer am Obersee in Schildesche. | © Barbara Franke

Bielefeld Osterfeuer locken Tausende Bielefelder an

Der Regen am Vormittag sorgte bei einige Feuern zwar für jede Menge Qualm - doch davon ließen sich die Besucher nicht abschrecken

Kurt Ehmke

Bielefeld. Kleine Osterfeuer ganz groß: Am Ostersamstag zeigten die Feuer in Ubbedissen, Heepen und Sieker, warum es manchmal gut sein kann, mit kleinen Feuern große Menschenmengen anzulocken. Gemütlich standen die Leute an den Feuern, etwa 800 in Ubbedissen, 500 in Sieker und 300 in Heepen. Verbrannt wurden Kaminholz, trockene Paletten und kleine Baumstämme. Ohne Qualm, dafür aber mit charmantem Drumherum. In Ubbedissen hatten Kinder der Grundschulen und Kitas 160 handballgroße Ostereier bemalt und verziert, diese schmückten das Gelände rund um das Naturfreundehaus. In Heepen drehte sich ein Karussell, gab es Stockbrot und konnten Feuerwehrautos und Feuerwehraccessoires besichtigt werden. Der kleine Gennadi freute sich darüber, „nur der Helm war mir etwas zu schwer und viel zu groß". Nebenan in Sieker genossen die Menschen aus dem Quartier die Abendsonne, während Kinder Stöckchen ins kleine Osterfeuer warfen. Ganz anders auf Hof Möller in Babenhausen und am Gleisdreieck in Brackwede. Hier, wo traditionell große Feuer angezündet werden, freuten sich Hunderte Bürger zwar auch über das aufgeklarte Wetter, doch hatte der Regen des Morgens das Holz dermaßen nass werden lassen, dass große Rauchschwaden weithin sichtbar waren. Starker Qualm in Brackwede Davon ließen sich die Osterfeuerfreunde zwar nicht abhalten, doch sorgte der auffrischende und wechselhafte Wind an den großen Feuern schnell für gut angeräucherte Klamotten und den einen oder anderen Hustenanfall. In Brackwede war der Qualm sogar teilweise so stark, dass die Feuerwehr zur Sicherheit die angrenzende Bundesstraße sicherte. In beiden Fahrtrichtungen war ein warnendes Fahrzeug mit Blaulicht postiert – und sorgte dafür, dass die Autofahrer von weitem für schlechte Sicht sensibilisiert waren. Höhepunkt des Samstagabends war ein Höhenfeuerwerk in Ubbedissen, wo die Werbegemeinschaft eine bunte Mischung an Attraktionen organisiert hatte. Einer war, na klar, auch ein Osterhase. Naja, besser: eine Osterhäsin. Sie verteilte Schokoeier an die Kleinsten, wenn auch etwas weniger als in den Vorjahren. „Offenbar hat der Regen am Morgen doch einige vom Besuch abgebracht", so der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Diedrich Wetzlar. Es waren auch schon einmal 1.200. Zufrieden aber war er dennoch mit dem besonderen Abend. Kleine Feuerschalen in Gadderbaum Am Sonntag dann freuten sich die Senner am Waldbad über trockenes Wetter und trockenes Holz - das riesige 100-Kubikmeter-Feuer brannte ab wie ein Osterfeuer abbrennen muss: Mit wenig Qualm, der senkrecht aufstieg, mit großer Hitze und Hunderten Menschen, die in fast volkfestartiger Stimmung Ostern feierten. Auch am Obersee genossen die Bielefelder das traditionell große Feuer. Anders in Gadderbaum: Hier gab es kleine Feuerschalen und eine besondere, inklusive Osterfeuer-Party. Viele Menschen mit Behinderung feierten mit - und es gab dann auch noch eine besondere Situation: In Ebenezer in Bethel hatte ein Brandmelder seinen Job gemacht, also musste die gastgebende Feuerwehr ausrücken. Ein Einsatz, quasi direkt vom Grill und den Würstchen hin zum echten Brandort. Hier gab es schnell Entwarnung: Eine Zigarette und ein Bademantel hatten zueinandergefunden - der Einsatz war schnell wieder beendet. Und dann? Dann kam der Regen. Aber nur kurz.

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