Rutschpartie: Emil (2) und seine Schwester Clara (4) haben den Vorteil, dass sie immer miteinander spielen können, wenn mal wieder niemand anderes auf dem Spielplatz in Kirchdornberg ist. - © Wolfgang Rudolf
Rutschpartie: Emil (2) und seine Schwester Clara (4) haben den Vorteil, dass sie immer miteinander spielen können, wenn mal wieder niemand anderes auf dem Spielplatz in Kirchdornberg ist. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Allein auf weiter Flur

Spielplatztest: Das Gelände in Kirchdornberg ist riesig - aber leider hat man es oft ganz für sich allein

Anneke Quasdorf

Bielefeld. Eigentlich hat der große Spielplatz im Bielefelder Stadtteil Kirchdornberg alles, was Kinder wollen. Das einzige Problem: Es sind fast nie Kinder da. Ist wo: Links an der Dornberger Straße kurz vor dem Ortseingang von Kirchdornberg. Etwas schwer zu finden, weil der große Parkplatz, der vor dem Spielplatz liegt mit einer hohen Hecke verdeckt ist Wie zu erreichen: Per Auto über die Dornberger Straße oder mit der Bus-Linie 24, Haltestelle Kirchdornberg Geräte: Zwei Schaukeln, eine klassische Wippe, ein Federwipper, ein Karussell, zwei Klettertürme, zwei Rutschen, ein riesiger Sandkasten, zwei Fußballtore, eine Tischtennisplatte, Reckstangen Sauberkeit: Okay. Ab und an liegen ein paar Kippen an der Sitzbank oder ein leeres Trinkpäckchen herum. Zustand der Geräte: Sehr gut. Wirken alle sehr gepflegt, lediglich die Federwippe ist ein bisschen ausgeleiert, was dem Schwingradius aber eher gut tut. Sicherheit: Zäune gibt es auf dem Spielplatz in Kirchdornberg keine. Eigentlich braucht man die auch nicht. Denn das Gelände ist Teil einer riesigen Wiese, die an Felder grenzt. Außerdem trennt ein großer Parkplatz den Spielplatz von der stärker befahrenen Dornberger Straße, so dass Kinder erstmal eine ganze Zeitlang rennen müssen, bevor sie überhaupt auf fahrende Autos treffen können. Trotzdem können sie den Spielplatz verlassen, wenn sie wollen. Altersgeeignet für: Kinder jeden Alters, die noch gern auf den Spielplatz gehen. Zum einen gibt es zwei Klettertürme mit Rutschen, die ganz klar unterschiedliche Herausforderungen und Ansprüche erfüllen. Die Kleinen können den niedrigeren Rutschenturm bequem per breiter Holztreppe erklimmen, die Rutsche ist gemäßigt steil und schnell. Der Sandkasten ist ein riesiges Sandfeld, in dem der Kletterturm auch steht, es gibt also jede Menge Platz. Großer Nachteil: Es gibt keine Babyschaukel. Für die Großen gibt es einen anspruchsvolleren Kletterturm, der nur per kniffliger Kletterwand-Stiege oder per Netz zu besteigen ist. Die Rutsche ist länger und steiler. Außerdem gibt es jede Menge Platz zum Bolzen und Toben und einen kleinen Bach in der Nähe. Frequentierung: Leider so gering, dass es hier Punktabzug gibt. Manchmal ist man nämlich ganz alleine auf der riesigen Wiese, geradezu einsam. Und das kann auch fürs Kind bisweilen etwas langweilig sein. Vorteil: Man hat die Schaukel immer für sich. Das sagen die Spielplatztester: Dass es Fußballtore gibt, finde ich sehr gut. Genug Platz zum Bolzen ist auch da. (Morten) Zum Spielen und Klettern ist genug Auswahl da. (Arwen) Ich mache gerne Rollen an den Reckstangen. (Clara) Wie finden es die Großen: Für Erwachsene hat der Spielplatz klare Vor- und Nachteile. Durch die ländliche Umgebung kann man sich auch mal entspannt zurücklehnen, ohne die Kleinen jede Sekunde im Blick haben zu müssen. Frische Luft gibt es auch reichlich und man ist definitiv mal so richtig raus aus der Stadt. Andererseits fehlt es leider an allem, was den Spielplatzaufenthalt auch für Große attraktiv macht: Gesellschaft und die Möglichkeit, einen guten Kaffee zu trinken, es sei denn, man bringt sich einen mit. Cafés gibt es in der direkten Umgebung keine.

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