Marcus Knufinke (von links) und Frank Dussileck rahmen die Auto-Steckdose mit der Aufschrift 'ZE' (Zero Emissions) ein. - © FOTO: DENNIS ROTHER
Marcus Knufinke (von links) und Frank Dussileck rahmen die Auto-Steckdose mit der Aufschrift 'ZE' (Zero Emissions) ein. | © FOTO: DENNIS ROTHER

Sennestadt Ältester Betrieb mit neuester Technik

Handwerksunternehmen steigt auf Elektro-Autos um

Sennestadt (dr). 114 Jahre existiert der Handwerksbetrieb Knufinke bereits in Dornberg. Viel hat sich bei Bielefelds ältestem Unternehmen für Heizungs,-, Sanitär- und Klempnerarbeiten seit den Gründungstagen im 19. Jahrhundert geändert. Jetzt folgte ein Schritt zur Rundum-Erneuerung des Fuhrparks: Knufinke steigt auf Elektroautos um. Den Anfang macht ein schneeweißer Renault Kangoo Z.E. mit 60 PS.

Ein außergewöhnlicher Schritt, sagte Geschäftsführer Marcus Knufinke, der das Unternehmen in vierter Generation leitet, bei der Schlüsselübergabe im Autohaus Dussileck in Sennestadt: "Ich wüsste kein zweites Unternehmen in Bielefeld, dass auf Elektro umgestiegen ist."

Von Autohaus-Inhaber Frank Dussileck hatte Marcus Knufinke den kompakten Lieferwagen – das erste und einzige rein elektrisch betriebene Modell in Deutschland – rund drei Wochen zum Probefahren erhalten.

Der Kangoo war während des Tests einer von fünf Dienstwagen, mit denen Knufinkes Mitarbeiter unterwegs waren. "Gerade im Stadtverkehr hat uns der Wagen überzeugt", berichtete Knufinke von "einwandfreiem" Handling. Durch die vielen kurzen Strecken, die für Installation, Wartung und Montage jede Woche nötig sind, hätten sich die Tankrechnungen zuvor massiv aufsummiert. "Den Umstieg auf einen Elektroantrieb haben wir deswegen durchgerechnet." Im Vergleich zu einem Benziner muss Knufinke zwar 25 Prozent mehr Geld auf den Tisch legen, "betriebswirtschaftlich macht es aber trotzdem Sinn". Mittelfristig soll der Kangoo Zuwachs bekommen, Knufinke plant Schritt für Schritt.

Durch eine Solar-Anlage auf dem Dach seines Betriebes ist der Kangoo vollständig autark und fährt allein mit Sonnenstrom. Aufgeladen wird der Wagen an speziellen Steckdosen, die Reichweite der Batterie erkennt der Fahrer schließlich anhand einer Anzeige in den Armaturen. Bei sparsamer Fahrweise sind bis zu 200 Kilometer möglich. Am Komfort muss Knufinke keine Abstriche machen – ganz im Gegenteil: "Es fühlt sich an wie Straßenbahnfahren."

Auch für Frank Dussileck bedeutet der Verkauf des robusten Transporters an Knufinke ein Novum: "Die Nachfrage nach Elektroautos steigt zwar, aber hauptsächlich bei privaten Nutzern. Knufinke ist der erste gewerbliche Kunde." Entsprechend herzlich gratulierte er Knufinke an der Seite seines Verkäufer Manuel Klöpper zum Kauf eines "äußerst innovativen Produkts".

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