Dirigentin Dorothea Schenk führte das Vokalensemble und die Kammersymphonie Detmold zu musikalischen Höhenflügen. - © FOTO: SIBYLLE KEMNA
Dirigentin Dorothea Schenk führte das Vokalensemble und die Kammersymphonie Detmold zu musikalischen Höhenflügen. | © FOTO: SIBYLLE KEMNA

Sennestadt Musik weckt Gefühle und Bilder

Konzert des Vokalensembles Sennestadt und der Kammersymphonie Detmold beeindruckte nachhaltig

Sennestadt (kem). Ein nicht nur überaus hörenswertes, sondern auch ergreifendes Konzert gaben am Sonntag in der Jesus-Christus-Kirche das Vokalensemble der evangelischen Kantorei Sennestadt und die Kammersymphonie Detmold. Unter der Leitung von Dorothea Schenk ließen die Sänger und Musiker zeitgenössische Vokalwerke zum ästhetischen Hörerlebnis werden.

Die beiden im angelsächsischen Raum angesagten modernen Komponisten Eric Whitacre und Morten Lauridsen sind bekannt für ihre klang- und stimmungsvolle Werke. Nach diesem Konzert wissen alle Besucher, warum die beiden so populär sind. Die Stücke, die Chor und Orchester in der nahezu ausverkauften Jesus-Christus-Kirche darbieten, reichen von ganz leisen, fast gemurmelten Passagen bis zu Partien voll voluminösen Klangfülle und wecken Gefühle und Leidenschaft. Immer wieder wandern die Gedanken der Zuhörer zu eigenen Erfahrungen, im Kopf entstehen Bilder von poetischer Kraft. Auch die Texte reißen mit, vor allem die englischen von Eric Whitacre, die zum Teil auch im Programmheft abgedruckt wurden und so gut verfolgt werden können.

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Gleich zum Einstieg bietet der Chor mit "Sleep" ein bewegendes Stück, das sanft und langsam beginnt, sich zu einem kraftvollen Höhepunkt steigert und Gänsehauteffekte bewirkt. Überaus poetisch und mitreißend auch "Water night", das von den zwölf Sängern und 14 Sängerinnen der Kantorei, die sich zum Teil in viele Stimmen aufteilen müssen, voller feiner Intonation und Inbrunst gesungen wird. Bei "October" haben die Streicher und der Persussionist ihren großen Einsatz: Sie schaffen stimmungstarke, harmonische Klangbilder, die an Filmmusik erinnern und das Kino im Kopf zu Höchstleistungen anregt. In eine betörende, mystische Klangwelt, bei der magische Akkorde zu leuchten scheinen, führt dann das anspruchsvolle Werk "Lux Aurumque", das von der Kantorei klangsensibel und tonrein gesungen wird.

Auch bei den Werken des fast drei Jahrzehnte älteren Morten Lauridsen ist großer Wohlklang Trumpf. Hier kommen die Bläser hinzu und bieten dramatische symphonische Musik, wundervoll ausbalanciert zwischen Chor und Orchester und voller Farben und Kraft. Die Kammersymphonie Detmold folgt scheinbar mühelos und voller Inspiration den spirituellen, mitreißenden Auf- und Abstiegen. Das dem Requiem nahe stehende Werk "Lux aeterna" wird vom Chor getragen und kraftvoll interpretiert. Die Sängerinnen und Sänger spenden Trost und Hoffnung an diesem Volkstrauertag, an dem der Toten gedacht wird. Sie schließen mit der Bitte, die Verstorbenen in das ewige Licht zu führen und einem Finale voller "Halleluja" und "Amen". Das Publikum applaudiert begeistert und anhaltend und die Zugabe, der vierte Teil von "Lux aeterna", das dramatische "Veni, Sancte Spiritus" setzt dem Konzert, das nachhaltig beeindruckte, noch einmal die Krone auf.

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