Horrorfilm: Geisterfänger Finn (15) versucht die Geisterzwillinge Annika (13, l.) und Saskia (13) dingfest zu machen. Paula (15) hält alles mit der Kamera fest. - © Janine Gütlinger
Horrorfilm: Geisterfänger Finn (15) versucht die Geisterzwillinge Annika (13, l.) und Saskia (13) dingfest zu machen. Paula (15) hält alles mit der Kamera fest. | © Janine Gütlinger

Sennestadt Jugendliche erschaffen eigene Filmwelten

Willkommen in You-Topia

Janine Gütlinger

Sennestadt. "Zum Ende ist alles etwas knapp geworden mit den Aufnahmen, aber zusammen haben wir es gut hinbekommen", erzählt die 15-jährige Kamerafrau Paula, und ihr gleichaltriger Darstellerkollege Finn nickt bestätigend. Über vier Tage hinweg widmeten sich 15 Jugendliche im JuMP-Feriencamps im Haus Neuland der Erschaffung ihrer eigenen Filmwelten. "Geschichten erzählen mit Hilfe von digitalen Medien - die Jugendlichen waren von Anfang an Feuer und Flamme", sagt Projektleiterin Johanna Gesing. Bei der Planung des Feriencamps habe man natürlich den unterschiedlichen Interessen Rechnung tragen wollen. So kam es zu der Entstehung von zwei unterschiedlichen Workshops - Minecraft und Film-Stop-Motion. "Wir haben gemeinsam eine digitale Stadt gebaut. Darin fand dann auch unser Filmdreh statt", erklärt Franz Philipp Dubberke, Medienpädagoge und Leiter des Workshops Minecraft. Der Aufbau der Stadt blieb ganz den Jugendlichen überlassen. "Wir haben ein Gericht, eine Polizei, ein Gefängnis, mehrere Hotels, eine Bank und eine Kirche gebaut", erzählt Emin (13). "Unsere Stadt hat aber keinen Bürgermeister, sondern einen Burgermeister und statt Bürgerhaus ein Burgerhaus", ergänzt Mazahir (14) und lacht. Das Ergebnis der mehrtägigen Bauphase lässt sich im Film des Workshops bewundern. Paul (12) und (13) versuchen sich als Reporter. Sie führen im Film durch die digitale Stadt "You-Topia" und interviewen die Bauherren der beeindruckenden steinernen und hölzernen Werke. Gruselig geht es zu beim Film-Stop-Motion-Workshop. "Die Jugendlichen konnten selbst bestimmen, worum es im Film gehen soll. Ziel war es, eine eigene Welt zu erschaffen - unsere Truppe wollte eine Horrorwelt", berichtet Leiter Dennis Böddicker. Der Inhalt: Geisterfänger Paula und Finn bekommen von ihrem Boss kein Geld mehr für ihre Forschung. "Ich will Beweise, dass es überhaupt Geister gibt", verlangt er. So machen sich beide auf die Suche, geraten im Wald auf Abwege und treffen auf ein geheimnisvolles Haus. Doch die Geister lassen auf sich warten. "Eigentlich spukt es nur im Kopf der Geisterfänger", verrät Darsteller Finn. So kreieren die vermeintlichen Geisterfänger ihre eigenen Horrorgestalten - denn Forschungsmittel muss man sich gelegentlich eben auch erschummeln. Im Zuge des Feriencamps wurde natürlich auch Halloween angemessen gefeiert. "Wir hatten einen lustig-gruseligen Abend", sagt Johanna Gesing. Schminken, eine ausgelassene Runde Topfschlagen und Leckereien gehörten zum Abendprogramm. Eine kleine Überraschung hatten die Veranstalter auch in petto. "Auf einmal kratzte es hinter mir am Fenster, und dann stand da draußen im Dunkeln ein Gespenst", berichtet die 15-jährige Paula. Der geisterhafte Besuch feierte eine Weile mit den Jugendlichen. Und verschwand dann unauffällig im Dunkel der Nacht.

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