Abgestellt: Bis es wieder einen festen Unterstand gibt, werden die Fahrräder an Zäunen oder den zwischenzeitlich angebrachten Fahrradbügeln am Empfangsgebäude angekettet. Allerdings sind sie dort weder vor dem Wetter noch vor Vandalismus geschützt. - © Judith Gladow
Abgestellt: Bis es wieder einen festen Unterstand gibt, werden die Fahrräder an Zäunen oder den zwischenzeitlich angebrachten Fahrradbügeln am Empfangsgebäude angekettet. Allerdings sind sie dort weder vor dem Wetter noch vor Vandalismus geschützt. | © Judith Gladow

Sennestadt Warum sich der Abriss des Bahnhofsgebäudes an der Krackser Straße verzögert

Für den Abriss des alten Empfangsgebäudes muss der Kampfmittelräumdienst grünes Licht geben. Auch die Bahn lässt auf sich warten

Silke Kröger

Sennestadt. Das Bahnhofsgebäude an der Krackser Straße hätte eigentlich schon in den Sommerferien abgerissen werden sollen. Dass es noch steht, hat diesmal nichts mit der Bahn zu tun - die hat ihr altes Stellwerk längst ausgebaut, und so könnte der Abriss unabhängig vom festliegenden Zeitplan vollzogen werden. Doch eine weitere Behörde muss dafür ihr Okay geben: der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe. Zwischenzeitlich müssen die Fahrradnutzer um ihre Räder bangen. Für Bielefeld ist die Bezirksregung Arnsberg mit speziell ausgebildetem Personal zuständig. Doch dort sind die Mitarbeiter aufgrund zahlreicher Anträge auf Luftbildauswertung derzeit völlig ausgelastet. Entsprechend ziehen sich auch die Untersuchungen für Sennestadt hin. "Mit Verzögerungen von mehreren Monaten ist momentan zu rechnen", teilt die Bezirksregierung Arnsberg allen Antragstellern auf ihrer Internetseite mit. Bei der Luftbildauswertung werden die beantragten Flächen auf verdächtige Metallteile gesichtet (mögliche Bombenreste, Munitionsverdacht oder Ähnliches). Wird etwas Auffälliges entdeckt, muss vor Ort genauer geforscht werden. Etwas positiver scheint sich die Entwicklung beim Eisenbahnbundesamt zu gestalten. Dort sei das Entwidmungsverfahren auf einem guten Weg, berichtet Frank Homann vom Amt für Verkehr auf NW-Nachfrage. Derzeit laufe die sechswöchige Frist, in der sich Träger öffentlicher Belange zum beabsichtigten Abriss äußern können. "Mitte November werden die Einwendungen geprüft. Wir hoffen, dass wir dieses Jahr noch eine Freistellung bekommen." Der Beginn der Abriss- und Bauarbeiten wird sich aber wohl ins kommende Jahr verlagern. Für die Zweiradfahrer droht nach der Schließung des Fahrradparkhauses vor wenigen Wochen nun eine längere "Durststrecke": Zwar hat die Stadt am Bahnhofsgebäude festinstallierte Fahrradbügel anbringen lassen, eine geschütztere Parkmöglichkeit wird es aber vorerst nicht geben. Erst wenn das Empfangsgebäude abgerissen ist, soll ein abgeschlossener großer Unterstand aus Metall mit zunächst 30 bis 40 Plätzen errichtet werden. "Wir haben auch schon einen Anbieter", sagt Homann. Der Unterstand soll zunächst eventuell wieder über Schlüssel, langfristig aber über ein Chipsystem zu öffnen sein. Die Betreuung soll MoBiel übernehmen. Der Verein habe inzwischen einen Großteil der rund 110 Schlüssel, die er für das alte Fahrradparkhaus gegen eine Pfandgebühr von 25 Euro ausgegeben hatte, zurück, berichtet Christian Janßen, der zusammen mit Rita Stuke die Verwaltung des Parkhauses ehrenamtlich gemanagt hat. Dort standen zuletzt noch 17 Räder, die meisten in nicht allzu gutem Zustand. Sie werden noch bis Ende November verwahrt und dann an Bethel gespendet. Seit der Schließung des Fahrradparkhauses hat sich ein altbekanntes Problem wieder eingestellt: Vandalismus. Janßen berichtetet, dass schon Reifen zerstochen und Fahrradteile zerbogen wurden. "Jetzt haben wir wieder das, was vor 20 Jahren durch das Parkhaus aufgehört hat."

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