Beim Feriencamp: Yara Oguntke (13, v. l.), Luke Joel Heine (16), Janique Outiti (12) und Hassan Al Sudani (14) sind in Sachen "Digitale Selbstverteidigung" in und um Haus Neuland unterwegs und suchen Hinweise für noch ungelöste Rätsel. - © Judith Gladow
Beim Feriencamp: Yara Oguntke (13, v. l.), Luke Joel Heine (16), Janique Outiti (12) und Hassan Al Sudani (14) sind in Sachen "Digitale Selbstverteidigung" in und um Haus Neuland unterwegs und suchen Hinweise für noch ungelöste Rätsel. | © Judith Gladow

Sennestadt Kinder lernen, wie man sicher im Internet surft

Selbstverteidigung im Netz: Im Feriencamp beim Projekt Jugend, Medien, Partizipation in Haus Neuland geht es um Sicherheit in der Welt der Daten

Judith Gladow

Sennestadt. Es ist ganz schön was los beim Herbstferiencamp des Projekts Jugend, Medien, Partizipation (JuMP): In kleinen Gruppen laufen die Jugendlichen, die zwischen 12 und 16 Jahren alt sind, auf dem Gelände und in den Fluren von Haus Neuland hin und her. In einer Mischung aus Schnitzeljagd und Rollenspiel jagen sie beim "Data Run" Hinweisen hinterher, mit denen sie einem fiktiven Whistleblower zur Seite stehen. Das Ganze ist Teil des diesjährigen Schwerpunkts "Digitale Selbstverteidigung". Wie kann der Befall des eigenen Geräts, ob Smartphone, Tablet oder PC, mit einem Virus verhindert werden? Wie viel möchte und soll man in sozialen Netzen von sich preisgeben und welche Folgen kann ein "Zuviel" dabei haben? In diesen Fragen seien die Teilnehmer schon überraschend kompetent, weiß Medienpädagogin Johanna Gesing vom Projekt JuMP. "Die haben richtig viel Vorwissen." Dass ein aktuell gehaltenes Virenprogramm immer Pflicht ist und Anhänge an E-Mails nur dann geöffnet werden sollen, wenn man sich wirklich sicher ist, dass der Absender vertrauenswürdig ist, ist für viele der Kids selbstverständlich. "Oftmals sind es eher die älteren Jugendlichen und am meisten noch die Eltern, die für die Problematik nicht so sensibilisiert sind", sagt Gesing. Sensibilisieren ist dann auch genau das, was das Seminar erreichen soll. Vor allem für den Schutz der eigenen Daten. "Die Geräte sollen immer noch Spaß machen, aber wir wollen schon, dass die Teilnehmer mit einem gewissen wachen Blick damit umgehen", so die Medienpädagogin. Diese Spezialisierung auf ein Thema ist ein Novum beim Herbstferiencamp mit der unfreiwilligen Folge, dass trotz des hochaktuellen und auch nicht unwichtigen Inhalts weniger Anmeldungen als gewohnt eingegangen sind. "Vorher war das thematisch offener gestaltet." Praxis wird natürlich trotzdem groß geschrieben: Beim "Data Run", der vom Kooperationspartner "Mediale Pfade" aus Berlin ausgerichtet wird, bleibt den Teilnehmern nicht mehr viel Zeit, um mit Hilfe des Journalisten "Nikita" einen Ausfall der Kühlfunktion eines fiktiven Atomkraftwerks zu verhindern. "Dafür müssen wir die Passwörter rausfinden", erklärt Luke Joel Heine, der mit 16 Jahren älteste Teilnehmer im Camp. Schließlich schaffen sie es nur neun Minuten vor der Zeit, das sich anbahnende Unglück zu verhindern.

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