Sennestadt Auf den Spuren der Skulpturen

Sennestädter Kunst steht im Mittelpunkt des Touristik-Heimatwettbewerbs

von silke kröger
Die drei dünnen Bronze-Figuren (der Doppelkopf ist nur als Schatten links zu sehen) über dem Eingang des Sennestadthauses hat Eg Witt gestaltet. - © FOTO: SILKE KRÖGER
Die drei dünnen Bronze-Figuren (der Doppelkopf ist nur als Schatten links zu sehen) über dem Eingang des Sennestadthauses hat Eg Witt gestaltet. | © FOTO: SILKE KRÖGER

Sennestadt. Kosmisches Raumelement, Minotaurus, Binnenzickzack, Gratwanderung oder Lust und Last des Wissens – damit können wohl die wenigsten Menschen sofort etwas verbinden. All das sind Namen von Sennestädter Kunstwerken. Und die sind (vielleicht) bald auch einem größeren Kreis von Menschen bekannt: all denjenigen, die sich am 24. Internationalen ADAC-Heimatwettbewerb des Motorsportclubs (MSC) Senne beteiligen. Denn der steht dieses Jahr unter dem Thema "Skulpturenpfad Sennestadt".

Höhenzüge, Aussichtspunkte, Flüsse oder Seen, der MSC versucht mit seinem Heimatwettbewerb, Highlights der Region in den Blick zu rücken. "Aufgrund der 800-Jahr-Feier Bielefelds hat unser Touristikausschuss dieses Jahr etwas Heimatnahes vor Ort gesucht und sich dann für Sennestadt und seine Skulpturen entscheiden,", erzählt MSC-Ansprechpartner Andreas Wüstehube. Im rund 100 Mitglieder starken Verein – Vereinslokal sind die Lindemannstuben – seien "viele Sennestädter, gebürtige oder diejenigen, die auch noch hier wohnen."

Links zum Thema
Mehr Infos unter
www.msc-senne.de

Die Touristikfahrten, die von Heidi und Dieter Möller betreut werden, gebe es schon seit den 60er Jahren, erzählt Wüstehube. Die Fahrten, auch der Heimatwettbewerb, werden deutschlandweit ausgeschrieben. Wüstehube: "Schön am Heimatwettbewerb ist, dass er gute acht Monate läuft. Dann kann sich jeder beteiligen und sich überlegen, wann passt uns das, wann ist das Wetter schön – ob heute oder morgen, das ist egal." Rund 60 Teilnehmer, die meisten aus der Region, waren 2013 dabei, darunter viele treue Fans.

Information

Teilnehmen

Der 24. Internationale ADAC-Heimatwettbewerb "Skulpturenpfad Senne" läuft bis zum 13. September. Wer daran offiziell teilnehmen möchte, der kann die Ausschreibung und eine Bordkarte bei Fahrleiterin Heidi Möller, Tel. (05205) 70207, anfordern oder sich Teilnehmerheft/Infos und Karte aus dem Internet herunterladen. Es ist auch ein Nenngeld – pro Teilnehmer 5 Euro ohne Sachpreis oder 15 Euro mit Sachpreis – zu entrichten. Teilnahmeberechtigt sind alle Freunde der Motor-Touristik, die die Heimat rund um die Senne mit ihren Besonderheiten und Schönheiten entdecken wollen.

Im Teilnehmerheft werden die anzufahrenden Skulpturen (Suchpunkte) mit Bild und Beschreibung genannt. Dazu gibt’s jeweils zwei Fragen, die es zu beantworten gilt.

Beim "Kosmischen Raumelement" von Hubertus von der Goltz (1958) wird beispielsweise nach der Anzahl der Säulen gefragt, auf dem die Stirnseite des Sennestadthauses (an der die abstrakte Reliefplastik befestigt ist) steht. Bei der rund drei Meter hohen Eisenplastik "Januskopf" von Axel Anklam ist herauszubekommen, was auf der Inschrift des Grundsteins steht.

Ein wenig abgelegen liegt Richard Steffens Plastik "Mutter und Kind" aus Diabasgesteinsbrocken aus dem Siegerland, die erste, die Sennestadt ihr eigen nennen konnte. Sie stammt von 1954. Die Skulptur ist beschädigt. "Was fehlt an der rechten Hand?", sollen die Wettbewerbsteilnehmer unter anderem herausfinden.

Und natürlich dürfen auch die bekannten Tierplastiken von Inge Jaeger-Uhthoff bei der heimatlichen Erkundungstour nicht fehlen. Die große Bronzeskulptur "Sitzende Katze", entstanden um 1984, etwa, die an einem Altenheim Platz genommen hat. Die kleinen "Enten" (1982) vor dem Eingang von Café Wölke, dabei geht es in der Frage um die Findlinge rechts neben der Treppe. Oder die Eulen (1973) an der Astrid-Lindgren Schule. die nun wieder zu dritt sind. Dort wird, ganz passend, nach Tierkreiszeichen gefragt.

Bezirksbürgermeisterin Elke Klemens, die das Grußwort für die Wettbewerbsbroschüre geschrieben hat, freut sich, dass das Augenmerk des Clubs auf die Sennestadt gefallen ist: Die nehme mit ihren vielen Skulpturen im öffentlichen Raum eine besondere Stellung unter den Bielefelder Stadtbezirken ein. "Wir in Sennestadt waren seit den Gründungsjahren der Ansicht, dass wir unsere Stadt neben einigen interessanten Bauwerken mit Skulpturen schmücken sollten" – die auch die Wettbewerbsteilnehmer zum Verweilen und Nachdenken anregen. "Ich bin sicher, dass danach ihr Bild von Sennestadt bunter und reicher geworden sein wird."

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