Sennestadt (sik). Gegen drei Uhr früh wurden Oliver Harzsch und seine Frau in der Nacht von Montag auf Dienstag von einem lauten Knallen aus dem Schlaf geschreckt. "Ich habe aus dem Fenster geschaut, unten war alles am Brennen", erzählt der geschockte Sennestädter. Unbekannte hatten die beiden Mülltonnen, die an der Hauswand des Reihenhauses am Ilmenauweg stehen, angezündet. Das Feuer hatte bereits auf die mit Styropor gedämmte und überputzte Hausfassade übergegriffen.
Während Oliver Harzsch Ehefrau die Feuerwehr verständigte, gelang es ihrem Mann, die Flammen zu löschen. "Ich habe einen Gartenschlauch geholt, damit gings einigermaßen. Und dann kam auch schon die Feuerwehr." Die Brandfachleute entfernten den Fassadenputz, "da konnte man auch das wahre Ausmaß der Zerstörung sehen": Rund 25 Quadratmeter der Dämmung waren bereits abgebrannt.
Während die Feuerwehr die Glutnester löschte, verschaffte sich Harzsch einen Überblick über den Schaden im Inneren des Hauses. Dort war der Qualm durch die Öffnung der Dunstabzugshaube in die Küche gedrungen, "hinter den Schränken war alles schwarz, aber zum Glück hat es da nicht gebrannt." Die Feuerwehr habe den Qualm aus dem Haus geblasen, aber Schränke, Teller, Tassen, alles sei jetzt mit einem schwarzen Rußfilm überzogen: "Wir müssen alles waschen. Und alles stinkt nach verbranntem Kunststoff." Gegen fünf Uhr war der Einsatz von Polizei und Feuerwehr vorbei.
"Jetzt müssen wir uns erstmal von dem Schock erholen", sagt Oliver Harzsch. "Man fragt sich, wer macht sowas und warum? Das ist kein Dumme-Jungen-Streich. Die haben in Kauf genommen, Menschenleben zu gefährden."
Der Sachschaden an den Mülltonnen und der Hausfassade beträgt laut Schätzungen von Polizei und Feuerwehr rund 20.000 Euro. Hinweise auf den oder die Brandstifter erbittet das Kriminalkommissariat unter Tel. (05 21) 54 50.
Copyright © Neue Westfälische 2016
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.