Führung: Ortsheimatpfleger Marc Wübbenhorst nahm die Mitglieder des Historischen Vereins mit auf einen Gang durch die Sennestadt und führte sie ein in die Geschichte dieses Stadtteils und seine besonderen Merkmale, hier vor der Skulptur "Wandlung" von Rainer Hagl am Sennestadthaus.
Foto: Sibylle Kemna - © Sibylle Kemna
Führung: Ortsheimatpfleger Marc Wübbenhorst nahm die Mitglieder des Historischen Vereins mit auf einen Gang durch die Sennestadt und führte sie ein in die Geschichte dieses Stadtteils und seine besonderen Merkmale, hier vor der Skulptur "Wandlung" von Rainer Hagl am Sennestadthaus.
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Sennestadt „Stadt der Superlative“

Historischer Verein: Versammlung mit Rundgang. Älteste Kirchenanlage der Region freilegen

Sibylle Kemna

Sennestadt. Großes Interesse an der Sennestadt und ihrer Geschichte und Gegenwart zeigten die Mitglieder des Historischen Vereins, die vom Ortsheimatpfleger vor ihrer Jahreshauptversammlung durch den Stadtteil geführt wurden. „Wir sind die Stadt der Superlative“, erklärte Marc Wübbenhorst. „Wir haben die meisten Alten, die meisten Jungen, die meisten Migranten, sind die jüngste Stadt von NRW“, erläuterte er und vermittelte den Geschichtsfans auf dem Rundgang die Idee Reichows und wie sie sich entwickelt hat. „Wir sind ein bisschen wie das New York von Bielefeld“, meinte er augenzwinkernd. Die Veranstaltung im Sennestadthaus unterstreiche das Selbstverständnis des Vereins als regionaler Geschichtsverein in der ehemaligen Grafschaft Ravensberg. „Die Sennestadt mit ihrer ländlich-städtischen Vergangenheit gehört dazu“, sagte Jürgen Altenberend vom Vorstand. Er berichtete, der Verein habe versucht, ein Schild mit der Aufschrift „Ravensberg“ an der Autobahn A 33 zu installieren, sei aber gescheitert. Die Mitgliederentwicklung zeige einen „schwach abnehmenden Trend“, sagte Altenberend, es sei jedoch erfreulich, dass es dem Verein gelungen sei, einige Geschichtsstudenten als neue und junge Mitglieder aufzunehmen. Derzeit hat der Historische Verein 632 Mitglieder, mit 132 Vereinen tausche man Schriften aus. Seine Aufgabe ist die wissenschaftliche Erforschung und Vermittlung der regionalen Geschichte. Der Verein pflegt seit Jahren eine rege Publikationstätigkeit mit den Ravensberger Blättern, dem Jahresbericht und Sonderveröffentlichungen. 2017 standen diese und auch das Vortragsprogramm im Zeichen der 150-Jahr-Feier von Bethel, dem 100. Geburtstag des Bauernhausmuseums und der Reformationsgeschichte, berichtete Altenberend. Bei der Digitalisierung der Vereinspublikationen hat sich gezeigt, dass der Datensatz so groß ist, dass er die Homepage lahmlegen würde. Daraufhin habe man die Daten komprimiert. Im laufenden Jahr soll die älteste Kirchenanlage der Region bei Meier zu Müdehorst in Babenhausen freigelegt werden. Das Bodendenkmal ist als Fundament im Acker erhalten. Zunächst müssen die Grundmauern freigelegt werden, die Erdarbeiten werden vom Verein durchgeführt, berichtete Altenberend.

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