Um sich vor dem Chlorgas im Keller zu schützen, mussten die Feuerwehrleute einen besonderen Schutzanzug überstreifen. - © Barbara Franke
Um sich vor dem Chlorgas im Keller zu schützen, mussten die Feuerwehrleute einen besonderen Schutzanzug überstreifen. | © Barbara Franke

Bielefeld Chlordämpfe im SennestadtBad: Bielefelder Schwimmmeister verletzt

Chemische Reaktion im Keller. Ein Schwimmmeister leicht verletzt. Hallenbad muss evakuiert werden

Jens Reichenbach

Bielefeld-Sennestadt. Im Sennestädter Hallenbad an der Travestraße ist es am Samstag gegen 13.30 Uhr zu einer chemischen Reaktion mit Chlor gekommen. Ein Schwimmmeister des Bades wurde dabei leicht verletzt und kam ins Krankenhaus, rund 30 Badegäste mussten das Schwimmbad sicherheitshalber vorzeitig verlassen. Weil die erste Meldung aus dem „SennestadtBad" einen größeren Gefahrgutunfall nicht ausschloss, eilte die Feuerwehr Bielefeld gegen 14 Uhr mit rund 25 Fahrzeugen zum Einsatzort, erklärte Einsatzleiter Carsten Kroll. Vor Ort stellte sich aber schnell heraus, dass die chemische Reaktion in einem Arbeitsraum im Keller keine großen Auswirkungen gehabt hatte. Mitarbeiter der Bielefelder Bäder- und Freizeiteinrichtungen (BBF) evakuierten das Bad sofort. Alle Badegäste mussten also ihre Sachen packen und nach Hause gehen. Nach Angaben von BBF-Sprecherin Yvonne Liebold waren zu dem Zeitpunkt 30 Badegäste in dem Hallenbad. Chlorbleiche reagierte mit einer Pfütze eines schwefelsäurehaltigen Mittels Was war passiert? Wie Feuerwehr-Einsatzleiter Kroll berichtete, hatte einer der Schwimmmeister in einem Arbeitsraum im Keller Chlorbleiche, die zur Behandlung des Badewassers benutzt wird, in einen 30-Liter-Behälter gefüllt. Doch in dem Behälter war nach Auskunft des Mitarbeiters noch eine Pfütze „pH-Senker" – ein ebenfalls für die Badewasser-Behandlung benutztes Mittel, das zu 50 Prozent aus Schwefelsäure besteht. Die Mischung von Säure und Lauge ist aber sehr gefährlich. So auch hier: In dem Behälter kam es zu einer chemischen Reaktion, durch die eine „kleine Menge" giftiges Chlorgas entstand, so die BBF. Der Mitarbeiter des Hallenbades reagierte geistesgegenwärtig und verschloss den Behälter sofort, berichtete Kroll, allerdings atmete er dabei die giftigen Dämpfe ein. Er musste nach erster Behandlung durch den Notarzt mit gereizten Atemwegen und Augen ins Krankenhaus gebracht werden. ABC-Zug mit besonderen Schutzanzügen im Einsatz Im Laufe des Tages konnte der Leichtverletzte das Krankenhaus wieder verlassen, so Liebold. Badbesucher wurden nicht verletzt, da der Vorfall im Keller geschah, betonte Liebold. Der für Gefahrgut speziell trainierte und besonders mit Schutzanzügen ausgerüstete ABC-Zug der Feuerwehr war bis etwa 15.30 Uhr damit beschäftigt, die neben dem Behälter gelandeten, kleinen Mengen der Chemikalie zu binden und aufzunehmen. Anschließend wurde der Behälter gesichert und zur Entsorgung gebracht. Die 60 alarmierten Einsatzkräfte inklusive Rettungsdienst – auch Rettungshubschrauber Christoph 13 war mit einem Notarzt an Bord gelandet – wurden vor Ort nicht in vollem Umfang eingesetzt. Erst nach Eintreffen am Einsatzort konnte die Feuerwehr-Einsatzleitung den tatsächlichen Bedarf an Rettern einschätzen. Hallenbad war ab 16.30 Uhr am Samstag wieder geöffnet Die Travestraße musste während des Einsatzes von der Polizei voll gesperrt werden. Die BBF konnten das Hallenbad laut Liebold noch am Samstag um 16.30 Uhr wieder öffnen.

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