Eine Ära geht zu Ende: Dirk Hanneforth, Leiter der Johannes-Rau-Schule in Sennestadt, hat ein Faible für Spiele, viele davon selbst erfunden, und er hat die erfolgreiche Schülerfirma „Spieleversand in Schülerhand“ ins Leben gerufen. - © Sibylle Kemna
Eine Ära geht zu Ende: Dirk Hanneforth, Leiter der Johannes-Rau-Schule in Sennestadt, hat ein Faible für Spiele, viele davon selbst erfunden, und er hat die erfolgreiche Schülerfirma „Spieleversand in Schülerhand“ ins Leben gerufen. | © Sibylle Kemna

Aus für die Schülerfirma der Johannes-Rau-Schule

Nach 35 Jahren: Spieleberatung wird in Zeiten des Internets immer weniger nachgefragt und Dirk Hanneforth geht.

Sennestadt (kem). Das Spiel ist aus: Nach 35 Jahren löst sich die Schülerfirma "Spielversand in Schülerhand" der Johannes-Rau-Schule auf. Etwa 500 Schüler haben in dieser Zeit nicht nur Spiele kennengelernt, sondern auch Rechnungswesen, Versand, Werbung und Verkauf. Mit dem im Sommer scheidenden Schulleiter Dirk Hanneforth und der im Jahr darauf aufzulösenden Hauptschule werden sich die Protagonisten verabschieden. "Es hat sich auch ausgelaufen", sagt Hanneforth. Seit dem Boom des Internets sei die Spieleberatung immer weniger gefragt gewesen und auch die Spezialität der Sennestädter Hauptschüler, Spielepakete für Ganztagsschulen zusammen zu stellen, sei in den letzten Jahren nicht mehr groß nachgefragt worden. Zusammen mit seiner Kollegin Anita Gebauer hatte Hanneforth vor 35 Jahren die Schülerfirma gegründet. Da hatte er schon seine Leidenschaft für das Spielen auch in der Schule ausgelebt. "Da ist jemand, der kennt sich mit Spielen aus", hieß es über den damaligen Referendar und die Adolf-Reichwein-Schule sicherte sich die Dienste des Mathelehrers. "Das war die zweitälteste Ganztagsschule aus NRW und ich habe ein Drittel meiner Lehrerzeit gespielt", meint er augenzwinkernd. Ein Beitrag in einem Buch, den der junge Lehrer geschrieben hatte, gab die Anregung, die Idee der Spielepakete in einer Schülerfirma umzusetzen. "Man kann so etwas nur machen, wenn man im positiven Sinne verrückt ist", meint der 65-Jährige und spricht von dem "erheblichen Zusatzaufwand", den er für die Arbeitsgemeinschaft Spiel in den ganzen Jahren hatte. Anfangs waren durchschnittlich 15 Schüler in der AG, zuletzt deutlich weniger, viele blieben sogar mehrere Jahre und hatten richtig Feuer gefangen. Insgesamt haben wohl über 400 Schüler die Firma betrieben, die dem Förderverein unterstellt ist und daher auch Gewinne machen konnte. Mit einem Rabatt von zunächst 50, zuletzt 25 Prozent im eigenen Einkauf konnte die Schülerfirma die Spiele zum Ladenpreis abgeben und dabei verdienen. "Es gab Jahre, in denen wir 10.000 Euro Umsatz hatten", berichtet Hanneforth, der die Schüler auch auf Messen begleitet und sie in der Beratung geschult hat. "Manche waren richtige Naturtalente, die konnten wunderbar kurz und präzise die Spiele erklären". Zum Beispiel auf dem Sennestädter Weihnachtsmarkt, in der Ravensberger Spinnerei auf der Spielemesse oder bei der Spieleberatung in der Schule kurz vor Weihnachten "Die Mitarbeit in der Firma hat die Schüler deutlich selbstbewusster gemacht", hat er Schulleiter beobachtet. Dank und Anerkennung hat er von ihnen nicht erfahren, aber "Dankesbriefe von Kunden." Von dem restlichen Geld in der Kasse, etwa 4.000 Euro, erhält jeder Schüler für den diesjährigen Schulausflug 25 Euro, was übrig bleibt, geht an den Förderverein mit der Maßgabe, en letzten Ausflug im kommenden Schuljahr zu sponsern.

realisiert durch evolver group