Bestandteil des Projekts "Ost-West-Grünzug": Der marode Belag der Skaterbahn soll erneuert werden. - © Silke Kröger
Bestandteil des Projekts "Ost-West-Grünzug": Der marode Belag der Skaterbahn soll erneuert werden. | © Silke Kröger

Sennestadt Die Sennestadt wird umgebaut

Viele Projekte müssen jetzt genauer ausgearbeitet werden. Bei den Anträgen für Fördermittel hakt's aufgrund der politischen Unsicherheiten auf Bundesebene

Silke Kröger

Sennestadt. 162 Seiten füllt die Papiervorlage der zweiten Stadtumbau-Fortschreibung, sie ist von der Politik im vergangenen Oktober gebilligt worden. Nun muss sie mit Leben gefüllt werden: Die einzelnen Projekte sind im Detail auszuarbeiten, die Finanzierung ist zu sichern, Kooperationspartner wie Wohnungswirtschaft oder Geschäftsleute sind anzusprechen, Bürgerbeteiligungen müssen geplant und organisiert werden. Eine Menge Arbeit für Sven Dodenhoff und Elena Wichert, im Bauamt zuständig für den Sennestädter Prozess - "die wir glücklicherweise aber auch nicht allein machen", meint Wichert und lacht. In diesem Jahr sei der Stadtumbau "eher in einer Planungsphase", erklärt Dodenhoff, der Teamleiter für Stadtentwicklung in Gesamt-Bielefeld ist. "2019 und 2020 werden dann im Wesentlichen Umsetzungsjahre sein, 2022 bleibt für die Abrechnung." In den vergangenen Jahren sei gerade in Sennestadt sehr viel umgesetzt worden, "aber mit der Planung geht es leider nicht immer ganz so schnell. Hier laufen zahlreiche Dinge im Hintergrund". Ob und wie es dabei vorangeht, hängt zudem von vielem ab, was vom Sennestädter Stadtumbau-Duo nicht zu beeinflussen ist. Wie die derzeit hakelnden Fördermittel-Anträge. "Da sind wir in vielen Fällen in der Warteschleife", formuliert es Dodenhoff. Es gebe Verzögerungen bei den Landes- und damit verbundenen Bundesförderprogrammen - etwa Städtebauförderung - , da noch immer keine neue Bundesregierung im Amt sei und über die Fördertöpfe, den neuen politischen Vorgaben entsprechend, daher noch nicht entschieden werden konnte. Deshalb könne sich auch die Umsetzungs-Zeitraum bei den einzelnen Umbauprojekten noch verschieben, das ein oder andere vorgezogen, das anderen zurückgestellt werden. Gleichwohl: Gerade vor dem Hintergrund, dass Planung und Beteiligung von Kooperationspartnern oder Bevölkerung Zeit kosten, müssen die Verantwortlichen am Ball bleiben, Dodenhoff: "Wir müssen mit allen Maßnahmen bis 2022 fertig sein, inklusive Abrechnung, und das ist schon eine Herausforderung." Die Verwaltung hat sich mit der zweiten Fortschreibung viel vorgenommen. In vier Teile sind die einzelnen Maßnahmen im Fortschreibungskonzept unterteilt, jeder ist auf seine Weise ambitioniert. Bei der "Mobilitität und Vernetzung" etwa geht es um die städtebauliche Einbindung der Stadtbahn und die "Rückeroberung der Paderborner Straße", über beides wurde bereits lange und intensiv in Sennestadt und darüber hinaus geplant, gestritten und diskutiert. Zwei finanzielle "Schwergewichte" finde sich im zweiten Teil, "Mitten in Sennestadt": die Stärkung ausgewählter dezentraler Quartierszentren, für deren Umsetzung 1,2 Millionen Euro vorgesehen sind, und die bauliche Ertüchtigung und Vernetzung von Quartiersschulen, dafür hat das Bauamt fast 4,9 Millionen Euro angesetzt. Im dritten Teil "Freiraum und Stadtlandschaft", geht es um bekannte Sennestädter Flächen, die besser genutzt werden sollen: die Maiwiese beispielsweise, "da ist ein Beteiligungsverfahren mit Jugendlichen geplant", sagt Wichert. Aber auch die Alte Gärtnerei und den Alte Friedhof, für die Nutzungskonzepte erarbeitet werden sollen. Ergänzt werden sollen die Sportanlagen im Ost-West-Grünzug, in der Bürgerbeteiligung sei unter anderem eine Beachballanlage vorgeschlagen worden. Auch die Sanierung der Skateranlage findet sich dort. Im vierten Teil, "Wohnen, Arbeiten, Zusammenleben", geht es um soziale und kulturelle Projekte, aber auch um weitere Wohnumfeldverbesserungen. Nach der Bleicherfeldstraße (Bärenplatz/Sanierung des Wohnbestands durch die Vonovia) haben die Planer die Württemberger Allee im Blick, aber auch den Naheweg und den Senner Hellweg /Lämershagener Straße. "Und wir schauen schon über 2022 hinaus", sagt Dodenhoff. Denn Stadterneuerung sei ein Prozess, der über eine lange Zeit laufe. "In wenigen Jahren wird man die komplette Sennestadt nicht sanieren können - zumal dies ein sehr, sehr großes Stadterneuerungsgebiet ist."

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