Lässt die Schule hinter sich: Ute Horstmann-Rehmet sitzt nach ihrer letzten Unterrichtsstunde in der Stretch-Limousine. Ihre Schüler haben ein Spalier gebildet und sie so verabschiedet. - © Kristoffer Fillies
Lässt die Schule hinter sich: Ute Horstmann-Rehmet sitzt nach ihrer letzten Unterrichtsstunde in der Stretch-Limousine. Ihre Schüler haben ein Spalier gebildet und sie so verabschiedet. | © Kristoffer Fillies

Sennestadt Cooler Abgang in der Stretchlimousine

Nach 40 Dienstjahren an Sennestädter Hauptschulen ist für Ute Horstmann-Rehmet Schluss. Sie fährt in den Ruhestand

Kristoffer Fillies

Sennestadt. Es hörte auf, wie es angefangen hatte: mit einer Unterrichtsstunde. Ute Horstmann-Rehmet begleitete seit Dezember 1967 tausende Hauptschüler in Sennestadt. Nun geht sie in den Ruhestand – oder eher: fährt. Nach 40 Dienstjahren verabschiedeten ihre Schüler der Johannes-Rau-Schule die Lehrerin auf dem Schulhof. Dort wartete eine weiße Stretch-Limousine auf sie. Die Überraschung ist geglückt: Während die 64-Jährige nichts ahnend ihre letzte Physikstunde den Zehntklässlern gab, bereiteten sich die anderen Schüler und Lehrer vor dem Hauptschuleingang vor. Horstmann-Rehmet konnte davon nichts mitbekommen, der Physikraum hat keine Fenster. Die etwa 85 Schüler sowie zehn Lehrer bildeten auf dem Schulhof ein Spalier, der vom Schuleingang bis zur vorgefahrenen weißen Stretch-Limousine reichte. Unterricht bis zum Schluss Um 12.55 Uhr endete der Unterricht, und Horstmann-Rehmet wurde nach draußen geleitet. Sichtlich gerührt schritt sie den Weg bis zur Limousine entlang, wo ihr Ehemann Heinz-Peter Rehmet schon auf sie wartete. Er hatte die Überraschung organisiert und drei Wochen vorher mit der Schule abgesprochen. Das Kollegium hatte die Lehrerin schon vor einer Woche verabschiedet. Und am Dienstag veranstalteten die Schüler ein Abschiedsfrühstück in der Mensa, überreichten ihr dort Blumensträuße. "Sie hat uns immer wertgeschätzt" Ihre Schüler werden sie vermissen. „Frau Horstmann-Rehmet war immer nett, und der Unterricht bei ihr hat mir Spaß gemacht", sagte Tugce, die von ihr in Physik unterrichtet wurde. „Mit ihr waren die Stunden nie langweilig, wir haben viele Experimente gemacht", sagte die 14-Jährige. „Und sie hat uns als Schüler immer sehr wertgeschätzt, das hat man gemerkt." Das meinte auch Schulleiter Dirk Hanneforth. „Sie hat sich intensiv um ihre Schüler gekümmert, in einer angenehmen ruhigen Art und Weise." Dabei habe sie immer auf die Bedürfnisse der Jugendlichen geachtet und sei eine Verfechterin von Schülerfahrten gewesen. Hanneforth bezeichnete Ute Horstmann-Rehmet als „geborene Klassenlehrerin". Rührung - und ein letztes Winken „Ich bin echt gerührt", sagte sie vor der Limousine, während ihre nun ehemaligen Schüler klatschten. Horstmann-Rehmet ging auf die Autotür zu, die ihr von Chauffeur Matthias Fölz aufgehalten wurde. Dann drehte sie sich noch einmal um, winkte den Schülern und Lehrern zu, und stieg ein. Mit der Limo verließ sie den Schulhof, fuhr mit ihrem Mann davon – in den wohlverdienten Ruhestand.

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