Feuchtbiotop: Auch im Innenhof des Verwaltungsgebäudes findet sich wertvoller Lebensraum. Am Teich dort leben neben Fröschen auch eine ganze Reihe seltener Pflanzenarten. - © Judith Gladow
Feuchtbiotop: Auch im Innenhof des Verwaltungsgebäudes findet sich wertvoller Lebensraum. Am Teich dort leben neben Fröschen auch eine ganze Reihe seltener Pflanzenarten. | © Judith Gladow

Sennestadt Naturnahe Ruhestätte auf dem Waldfriedhof

Bezirksvertretung: Sennestädter Politiker loben die Ideen des Umweltbetriebs als innovativ, üben aber auch Kritik

Judith Gladow

Sennestadt. Kooperationen mit der Uni Bielefeld und der Biostation Senne hatten zusammen mit der einzigartigen Lage des Waldfriedhofs im städtischen Umweltbetrieb Ideen reifen lassen, dort ein Konzept für einen „naturnahen Friedhof“ zu entwickeln. Die Teilnahme am Regiopol-Projekt „Ökoprofit“ 2017 hätte da nicht passender kommen können. Darüber hatte die NW vergangenen August berichtet und damit die Neugierde der Sennestädter Bezirksvertreter geweckt, die nun Friederike Hennen von der Abteilung Friedhöfe eingeladen hatten, um über den Sachstand zu sprechen. „Das ist ein Mehrjahresprojekt. Wir befinden uns gerade erst in der Bestandsaufnahme“, erklärte Hennen. Darum sei die Politik bisher in die Beratungen noch nicht einbezogen worden. Im Rahmen von „Ökoprofit“ habe man mit einer Optimierung in den Schwerpunkten Abfall, Wasser und Energie begonnen. „Wir haben die Beleuchtung der Verwaltung durch LED ersetzt und können damit perspektivisch 3.000 Euro im Jahr einsparen“, so Hennen.„Damit könnte der Waldfriedhof zu einem Vorzeigeprojekt werden“ Sie betonte die besonderen Voraussetzungen des Waldfriedhofs, auf dem 15 Nadelholz und 37 Laubbaumarten gezählt wurden. Besonders artenreich sei die Vegetation der Sandmagerwiese im Zentrum des Friedhofs. „Die Bestandsaufnahme können wir voraussichtlich dieses Jahr beenden“, erzählte Hennen. Erst dann könnten Plaungen für ein Friedhofskonzept konkretisiert werden. Eine naturnahe Grabgestaltung, Särge und Urnen aus nachwachsenden und biologisch abbaubaren Rohstoffen könnten Menschen mit ökologischen Bewusstsein eine Alternative zur konventionellen Beisetzung bieten. Dafür könne man mit Steinmetzen und Bestattern zusammenarbeiten. Die Bezirksvertreter lobten die Ideen als innovativ, Bezirksbürgermeister Lars Nockemann meinte sogar: „Damit könnte der Waldfriedhof zu einem Vorzeigeprojekt werden.“ Das für die naturnahen Beisetzungen anvisierte Grabfeld, derzeit eine Brachfläche oberhalb des Parkplatzes, stößt jedoch auf Kritik. Sowohl Annette Dehmel (CDU) als auch Markus Müller (SPD) betonen, dass dadurch die Parkfläche nicht eingeschränkt werden dürfe, die die Sennestädter Politiker eigentlich erweitern wollen. „Gerade um da rechtzeitig einschreiten zu können, wären wir gerne eher informiert worden“, so Müller, woraufhin Hennen erneut betonte, dass die eigentliche Planungsphase noch nicht begonnen habe.

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