Am heimischen Bildschirm: Um über die Tiere im fernen Mazedonien auf dem Laufenden zu bleiben, nutzt Carmen Ilazi soziale Medien. Auch ihren Sachspendenaufruf hat sie über Facebook gestartet. - © Judith Gladow
Am heimischen Bildschirm: Um über die Tiere im fernen Mazedonien auf dem Laufenden zu bleiben, nutzt Carmen Ilazi soziale Medien. Auch ihren Sachspendenaufruf hat sie über Facebook gestartet. | © Judith Gladow

Sennestadt Sennestädterin macht auf Elend der Straßenhunde aufmerksam

Zu Weihnachten hat Carmen Ilazi erfolgreich eine Sammelaktion organisiert

Judith Gladow

Sennestadt. Wenn Carmen Ilazi mit ihrem Mann seinen Heimatort in Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien, besucht, bricht es ihr jedes Mal das Herz zu sehen, wie viele Tiere dort sinnlos leiden müssen. Die Sennestädterin wollte dabei nicht zusehen und half immer wieder in Not geratenen Tieren. So lernte sie auch eine engagierte Tierschützerin vor Ort kennen und sammelte nun vor Weihnachten über einen Aufruf bei Facebook einen ganzen Bulli voller Sachspenden, die sie dann selbst zum Fest dorthin brachte. "Das war für mich das erste Mal, dass ich etwas gemacht habe." Die Tierschützerin in Skopje hatte Ilazi kennengelernt, als sie und ihr Mann mal wieder einen verletzten Hund fanden und nach einer Unterkunft für ihn suchten. Im privat betriebenen Tierheim von Daniela Gruevska wurde sie fündig. "Sie betreibt seit 30 Jahren in Mazedonien Tierschutz. Sie opfert sich da wirklich auf, ihr ganzes Leben gibt sie für die Hunde her", erzählt die Sennestädterin. Ein Engagement, das die 47-Jährige angesichts der Not der Tiere unbedingt unterstützen wollte. "Jeder hat dort seinen Haus- oder Hofhund. Wenn das Tier dann aber unerwünschte Welpen bekommt, werden diese einfach weggeworfen. Die, die überleben, bilden dann teilweise große Rudel aus Straßenhunden, die nicht zu kontrollieren sind", erklärt Ilazi. "Wenn es zu viele werden, werden sie bei Tötungsaktionen erschossen oder vergiftet." Eine Kontrolle über Kastrationen gebe es nicht, und das staatliche Tierheim sei eine Katastrophe. "Es ist das reinste Elend." Doch die Sennestädterin sieht auch Hoffnung am Horizont: "Es fängt langsam an, dass die Menschen dort wach werden." Bis dahin möchte die Sennestädterin helfen, so gut sie kann. Rund 70 hilfsbereite Spender hat sie im vergangenen Jahr schon mobilisieren können, um den Hunden, die Daniela Gruevska mühsam aufpäppelt, ein Weihnachtsgeschenk zu machen. Decken, Matratzen, Hundebetten, Auflagen für Gartenliegen, Futter und mehr hatte sie zunächst in ihrem Wohnzimmer gelagert. Am 23. Dezember ging es dann los. "Der 3,5-Tonner, mit dem wir runtergefahren sind, war bis unters Dach gefüllt", erzählt Ilazi. Sie würde eine solche Aktion, wenn sich wieder eine Möglichkeit bietet, auch noch einmal machen. Wer sich für den Tierschutz in Mazedonien interessiert oder wer Daniela Gruevska in Skopje unterstützen möchte, der kann sich für weitere Informationen an Carmen Ilazi wenden, entweder per E-Mail an angelique777@t-online.de oder unter Tel. (01 51) 57 84 89 39.

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