Ein Wäschekorb voller Stubentiger: Der Tierschutzverein rechnet in den kommenden Wochen wieder mit einer Flut von Katzenwelpen. - © Privat
Ein Wäschekorb voller Stubentiger: Der Tierschutzverein rechnet in den kommenden Wochen wieder mit einer Flut von Katzenwelpen. | © Privat

Sennestadt Tierschutzverein appelliert an Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen

An der Kampstraße ist es derzeit noch vergleichsweise ruhig, doch auch in diesem Frühjahr wird wieder eine Flut von Welpen erwartet

Silke Kröger

Sennestadt. Als das Katzenhaus auf dem Gelände des Bielefelder Tierheims an der Kampstraße 2009 eingeweiht wurde, waren die Tierschützer hoch erfreut: Mit 160 Plätzen gebe es endlich genug Platz für kleine Samtpfoten. Doch das Glück währte nicht lange. Noch im gleichen Jahr mussten sogar 180 Minitiger untergebracht werden, darunter viele Welpen und Jungkatzen. Und das trotz guter Vermittlung. An dieser Situation hat sich bis heute nichts geändert. Deshalb haben sich die Tierschützer nun zu einer weiteren Kastrationsaktion entschlossen. Im Sommer 2014 verzeichnete das Tierheim einen Rekord von 211 Stubentigern. Die Zahl der Tierheim-Katzen ist bis heute hoch geblieben - so hoch, dass die Tierschützer immer wieder die Reißleine ziehen und einen Aufnahmestopp verhängen mussten. Derzeit ist es an der Kampstraße zwar noch vergleichsweise ruhig: Im Dezember lebten "nur" 169 Katzen im Katzenhaus. Und seit dem 2. Januar sind 21 davon in ein neues Zuhause gezogen. Doch die Tierschützer rechnen auch in diesem Frühjahr mit einer Abgabeflut: zusätzlich zu den erwachsenen Tieren mit einer Vielzahl an jungen Kätzchen. "Nicht kastrierte Freigänger und frei lebende Katzenpopulationen sorgen insbesondere im Frühjahr für den meist unerwünschten Nachwuchs", bestätigt der Vereinsvorsitzende Helmut Tiekötter. Die räumlichen und finanziellen Kapazitäten der Tierheime reichten erfahrungsgemäß aber oft nicht aus, um die Flut an Jungtieren aufzunehmen. Denn pro Jahr landeten rund 130.000 Katzen in deutschen Tierheimen - "und das bei immer stärker steigenden Kosten und einer längeren Verweildauer der Tiere". Deshalb appelliert der Tierschutzverein an alle Minitiger-Besitzer deren Tiere noch nicht unfruchtbar gemacht wurden, dies möglichst umgehend nachzuholen. Für die Tierhalter mit schmalem Budget gibt es ab 15. Januar eine Kastrationsaktion: Tierärzte und Verein beteiligen sich an den Operationskosten. Ziel des gemeinsamen Vorstoßes ist es einmal mehr, zu verhindern, dass die Gruppen der frei lebenden Katzen nicht noch weiter wachsen. Als zweite Maßnahme fängt der Bielefelder Tierschutzverein regelmäßig Tiere ein, um sie impfen und kastrieren zu lassen. Anschließend werden sie gekennzeichnet, um sie identifizierbar zu machen, und dann wieder in ihrem angestammten Revier freigelassen. Tiekötter: "Über 20 Kätzinnen und Kater wurden vor wenigen Wochen allein in Brackwede auf einem Grabeland gefangen und so behandelt." Tierfreunde, die die Arbeit des Tierschutzvereins unterstützen möchten, können für die Kastration von frei lebenden Katzen spenden und damit einen wichtigen Beitrag zur Minderung des Katzenelends leisten. Weitere Info: Jutta Möhrke, Tel. (05 21) 33 01 34, oder im Tierheim unter Tel. (0 52 05) 9 84 30.

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