Geehrt und befördert: Thomas Menzel (oben v.l.), Bernd Heißenberg, Eberhard Grabe sowie Lars Nockemann (r.) freuen sich mit Wolfgang Ries, Hans-Dieter Mühlenweg, Frank Güse, Nils Kobuß, Rainer Stölting, Karlheinz Plaß und Daniel Dresselhaus. Löschabteilungsführer Holger Reker (unten v.l.) dankt auch Heiko Wehmeier, Florian Zeeck und Jugendfeuerwehrwart Süd Christian Riedels. - © Sibylle Kemna
Geehrt und befördert: Thomas Menzel (oben v.l.), Bernd Heißenberg, Eberhard Grabe sowie Lars Nockemann (r.) freuen sich mit Wolfgang Ries, Hans-Dieter Mühlenweg, Frank Güse, Nils Kobuß, Rainer Stölting, Karlheinz Plaß und Daniel Dresselhaus. Löschabteilungsführer Holger Reker (unten v.l.) dankt auch Heiko Wehmeier, Florian Zeeck und Jugendfeuerwehrwart Süd Christian Riedels. | © Sibylle Kemna

Sennestadt Frust in der Sennestädter Wehr

Umstrukturierung sorgt 2017 für ein Drittel weniger Einsätze, aber auch für dringend notwendig Entlastung

Sibylle Kemna

Sennestadt. Ein „sehr denkwürdiges Jahr" liege hinter der Löschabteilung Sennestadt, resümierte ihr Führer Holger Reker bei der Jahreshauptversammlung. Zum einen, weil sie sehr erfolgreich mit der Beach-Party ihr 125-jähriges Bestehen feierte. Zum anderen wurden die Sennestädter durch Umstrukturierungen zwar entlastet, mussten aber andererseits ihre „Kernkompetenzen in technischer Hilfe zwangsweise" abgeben. Dies habe für Frust gesorgt. 164 Einsätze hatte die Löschabteilung (LA) im Jahr zuvor geleistet,  2017 waren es nur noch 107 – nur noch zwei Drittel. Grund waren in erster Linie neue Organisationsstrukturen innerhalb der Wehr. Dass die LA deutlich weniger Einsätze besonders im Bereich der Verkehrsabsicherung bei Unfällen auf der Autobahn fahren musste, „tat aber sicherlich gut", bekundete Reker. Bewährte Strukturen aufgebrochen Doch es habe geschmerzt, dass die Feuerwehr Bielefeld den Sennestädtern Aufgaben in der technischen Hilfe „nicht in unserem Sinne zugesprochen habe". Durch die neue Leitstellensoftware sei es „zu einem Aufbrechen sehr gut bewährter, hart erarbeiteter Strukturen" in der Zusammenarbeit mit der LA Eckardtsheim gekommen, bedauerte der Löschabteilungsführer. So musste man den Rüstwagen abgeben. Diese Umstände und dass auch das versprochene Tanklöschfahrzeug TLF 2000 auf sich warten ließ, habe die Akzeptanz und Motivation der Kameraden geschwächt, „was die Führung deutlich zu spüren bekam". „Ich hoffe, die Anzahl der Einsätze ist jetzt in einem erträglichen Maße", sagte Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe. „Das Drittel weniger tut allen gut." Dass die LA 2016 statistisch jeden zweiten Tag im Einsatz gewesen sei, „war zuviel". „Ohne euch geht es nicht", betonte Bezirksbürgermeister Lars Nockemann, der den Antrag auf passive Mitgliedschaft stellte. "Schlagkräftige Gruppe" Die Bedeutung der LA, die noch bei großen Bränden und Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen sowie Hilfeleistungen zum Einsatz kommt, betonten Branddirektor Bernd Heißenberg und Bezirkssprecher Süd Thomas Menzel. Sennestadt sei „eine schlagkräftige Truppe". Die Löschabteilung hat drei neue Mitglieder bekommen und hat bei Einbeziehung der Zweitmitglieder 38 aktive Feuerwehrleute. Nockemann und Reker betonten die Notwendigkeit, für dieses Ehrenamt zu werben. „Wir brauchen Nachwuchs in jeglicher Hinsicht." Brennende Bücher und Schnuller Besondere Einsätze beim Löschen (69 Einsätze) waren im vergangenen Jahr ein aufwendiger Gartenhausbrand an der Verler Straße im Februar, dem viele Bücher zum Opfer fielen, brennende Schnuller im Topf am Mainweg im März, brennender Waldboden und Gestrüpp direkt hinter dem Gerätehaus im April und brennende Heuballen in Senne im Juni. Bei den Hilfeleistungen (36 Einsätze) stachen ein größerer Auffahrunfall auf der A?2 mit 14 Verletzten im Mai und die Bergungsarbeiten beim Unfall des Schwertransporters mit Windradflügel hervor. Am selben Tag musste die LA noch bei einem Busunfall auf der Paderborner Straße retten und sichern.

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