Übergabe: Apotheker Martin Heup (l.) geht in den Ruhestand und übergibt die Apotheke am Stadtring an Dr. Christian Hayn (r.). Darüber freuen sich mit ihnen Friederike Heup (v.l.), Valentina Schell, Stefanie Manowski, Ulrike Stuckenbröker und Inge Hayn.
Foto: Sibylle Kemna - © Sibylle Kemna
Übergabe: Apotheker Martin Heup (l.) geht in den Ruhestand und übergibt die Apotheke am Stadtring an Dr. Christian Hayn (r.). Darüber freuen sich mit ihnen Friederike Heup (v.l.), Valentina Schell, Stefanie Manowski, Ulrike Stuckenbröker und Inge Hayn.
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Sennestadt Zwei unter einer Leitung

Übergabe: Martin Heup gibt Apotheke am Stadtring ab. Christian Hayn betreibt nun beide Apotheken an der Vennhofallee

Sibylle Kemna

Sennestadt. Apotheker Martin Heup zieht sich ganz aus dem Beruf zurück. Mit der Übergabe der Apotheke am Stadtring an Christian Hayn zum Jahresende hat der 68-Jährige die letzte der ehemals drei Apotheken, die seiner Frau und ihm gehörten, abgegeben. Das übrige Team bleibt. Vennhofallee 57 und 75: Nur wenige Schritte trennen die beiden Apotheken, die nun beide von Hayn geleitet werden. Für den 60-jährigen Inhaber der Vennhofapotheke ist die Übernahme der Apotheke am Stadtring eine „Möglichkeit, Synergieeffekte zu nutzen“. Mit zwei so nahe gelegenen Apotheken könne die Logistik und Organisation gestrafft werden, Ressourcen gespart, bessere Einkaufspreise erzielt werden. „Kosten sparen und optimieren“, so das ausgegebene Motto. „Die beiden Apotheken haben ein ganz unterschiedliches Publikum“, erläutert Hayn, warum beide erhalten bleiben. Die Apotheke am Stadtring hat mit der aus Kasachstan gebürtigen Apothekerin Valentina Schell viele russlanddeutsche Kunden. Und es kommen auch welche, die früher zur Senne-Apotheke in die Südstadt gingen, die Heup vor vier Jahren geschlossen hat, denn zwei pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) von dort arbeiten nun auch hier. Die Beziehung zwischen den Patienten und den Ansprechpartnerinnen in der Apotheke sei oft sehr persönlich, betonen Martin Heup und Christian Hayn. „Da gehen die Leute auch an drei Apotheken vorbei, um gezielt die Apotheke ihres Vertrauens anzusteuern.“ Deshalb sei es für ihn selbstverständlich, das fünfköpfige Team der Apotheke am Stadtring zu übernehmen, betont Hayn. Darunter PTA Ulrike Stuckenbröker, die seit 35 Jahren dort arbeitet. Der Standort sei dankbar, sagt Martin Hayn. „Die Vennhofallee ist eine der Pulsadern der Sennestadt.“ Die Sennestadt hatte mal sieben Apotheken Sieben Apotheken hat die Sennestadt bis ins zweite Jahrtausend gehabt, nachdem die Vennhof-Apotheke als erste 1959 eröffnet hatte. Die Apotheke am Stadtring machte 1971 auf. Nun gibt es noch fünf, die Nord- und die Senne-Apotheke haben geschlossen, es wird immer weniger ertragreich und die Bürokratie nimmt zu, sagen die beiden Apotheker. Heup hat zudem seinen persönlichen Kampf gegen das Linksabbiege-Verbot von der Sender in die Bleicherfeldstraße geführt, das für ihn das Ende der Senne-Apotheke einleitete (die NW berichtete). Die Apotheke in Eckardtsheim, die seine Frau Friederike leitete, hat diese vor drei Jahren abgegeben: an Michael Schell, den Mann von Stadtring-Apothekerin Valentina. „Ich bin jetzt Oma von Beruf“, meint Friederike Heup schmunzelnd, fünf Enkelkinder haben die beiden. Sie singt unter anderem in der Kantorei, beide Ehepartner spielen Doppelkopf, Skat, Bridge und haben „eine zweite Heimat“ in einer Pension in Cirali in der Türkei gefunden, die sie zwei Mal im Jahr besucht haben. Sie freuen sich beide auf das Reisen, für das sie nun mehr Zeit haben.

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