Sennestadt Eröffnet: Neues UPS-Zentrum sortiert 22.000 Pakete pro Stunde

40 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen

Sibylle Kemna

Sennestadt. United Parcel Services (UPS) hat am Donnerstag an der Fuggerstraße ein Paketzentrum mit modernster Sortiertechnik eröffnet. Es ersetzt die Niederlassung in Herford. Auf 15.000 Quadratmeter können mehr als 22.000 Pakete in der Stunde sortiert werden. "Heute ist ein besonderer Tag für UPS", sagte der Präsident von UPS Deutschland, Frank Sportolari. Mit der auf Expansion ausgerichteten, rund 80 Millionen teuren Niederlassung könne UPS den Norden von Ostwestfalen "noch effektiver in das Logistiknetzwerk einbinden". Das Unternehmen verbessere sich ständig, davon profitierten auch die Kunden. "Eine solche Ansammlung innovativer Firmen wie hier gibt es nirgendwo anders", schmeichelte Sportolari. Er berichtete, dass das Unternehmen vor Ort die Zahl der Mitarbeiter bereits (gegenüber Herford) um zehn Prozent auf 380 erhöht habe. Weitere Mitarbeiter für die Zustellung und die Teilsortierung würden noch gesucht. "Wir haben uns von Anfang an wohl gefühlt in Ihrer Stadt", betonte der Präsident und zog den Hut ab vor der schnellen Umsetzung des Projektes. Das neue UPS-Center zählt zu den größeren von 72 Niederlassungen in ganz Deutschland. Oberbürgermeister Pit Clausen freute sich über "gut bezahlte Arbeitsplätze" und einen Impuls für den Wirtschaftsstandort Bielefeld. "Mit dieser Niederlassung ist Bielefeld eine wichtige Logistikdrehscheibe geworden." Vom Bauantrag bis zur Eröffnung habe es gerade einmal 18 Monate gebraucht, sagte Clausen und dankte der örtlichen Politik für die Kooperation und dem Unternehmen Alpha Industrial für sein Entgegenkommen. Mit der Lärmschutzwand und dem Krötenschutz "waren Sie bereit, mehr zu tun, als im Gesetz vorgeschrieben ist". "Vorher war hier Brache", spitzte der OB die Aussage von Sportolari ("Vorher war hier nichts") zu. Mit der Bebauung hätten die Verantwortlichen bewiesen, "dass Brachenentwicklung gelingen kann". UPS bringe "frischen Wind nach Bielefeld", sagte Clausen und meinte, die Geisteshaltung, die in der Werbebotschaft "United Problem Solvers" (vereinte Problemlöser) zum Ausdruck komme, könne ruhig auch im Rathaus und anderen Bereichen Einzug halten. Dass angesichts der zunehmenden Internetkäufe immer mehr Logistik unterwegs sei zum Endverbraucher, sah der OB kritisch. "Hier sind neue Lösungen gefragt, sonst gibt es eine starke Behinderung der Mobilität in verdichteten Ballungsräumen." Befürchtungen, dass UPS-Fahrzeuge die überlastete Eikelmann-Kreuzung stark belasten könnten, hätten sich in der ersten Betriebswoche nicht bestätigt, sagte Center-Manager Sascha Sturm. Allerdings waren sich alle Beteiligten einig, dass die Kreuzung dringend optimiert werden muss. "Das ist auch in unserem Interesse, dass der Verkehr fließt", sagte Pressesprecher Holger Ostwald. "Die Lieferwagen fahren morgens zu Zeiten raus, wenn die meisten schon zur Arbeit gefahren sind", erklärte Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe. Abends kämen die UPS-Fahrzeuge jedoch zum großen Verkehrsaufkommen hinzu, deshalb müsse dringend umgebaut werden. Etwa 100 Touren täglich werden vom Standort Bielefeld täglich gefahren, dazu kommen die An- und Abfahrten der Mitarbeiter. Die Gäste bestaunten die Rutschen und Fließbänder, die vollautomatisch sortieren und zuordnen, damit die über 120 Zusteller die Sendung möglichst schnell zum Adressaten bringen können. 65 automatische Be- und Entladetore machen die Beladung effizient. UPS sei daran interessiert, seine Mitarbeiter lange zu behalten, setze auf Schulung und gute Bezahlung, betonte Sportolari. Und lobte ausdrücklich Mitarbeiter Siggi Nolte, der seit 41 Jahren bei UPS in der Region tätig ist.

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