Danakil-Wüste: Die Landschaft im Nordosten Äthipiens hat es Christian Rommel besonders angetan. Sie ist geprägt von unendlichen Salzseen. - © emailgateway
Danakil-Wüste: Die Landschaft im Nordosten Äthipiens hat es Christian Rommel besonders angetan. Sie ist geprägt von unendlichen Salzseen. | © emailgateway

Sennestadt Von Sennestadt aus in die Welt

Vortrag im Sennestadthaus: Christian Rommel sucht die letzten unberührten Orte dieser Erde. Über seine Erlebnisse in Äthiopien berichtet er nun in der alten Heimat

Judith Gladow

Sennestadt. Seit Christian Rommel vor mehr als 30 Jahren Abitur am Hans-Ehrenberg-Gymnasium gemacht hat, ist er ganz schön herumgekommen. Die Leidenschaft, die noch unberührten Ecken der Welt zu bereisen, führte den Sennestädter in weit über 100 Länder. Eines, das ihn besonders begeistert, ist Äthiopien. Drei Reisen hat er bereits dorthin unternommen, 2000, 2009 und 2017. Die Eindrücke seiner Expeditionen in die Danakil-Wüste bringt der Globetrotter nun mit in seine alte Heimat nach Sennestadt: Am Mittwoch, 29. November, ab 19 Uhr spricht er im Vortragssaal Sennestadthaus über „Die Hexenküche Äthiopiens“. Der Grundstein für seine außergewöhnliche Reiselust sei gelegt worden, als er in der zehnten Klasse war. Damals las er den Roman „Papillon“von Henri Charrière über die Flucht aus einer Strafkolonie in Französisch-Guayana, der auf den Erlebnissen des Autors basiert. „Das Buch habe ich verschlungen“, sagt Rommel. „Die Idee, auf den Spuren des Romanhelden zu wandeln, hat sich in meinem Kopf festgesetzt.“"Ich bin sechs Monate im Jahr unterwegs" Nach seiner Lehre bei Loewe Druck in Sennestadt fuhr er nach Südamerika, um das Gefängnis aus dem Buch zu suchen. „Dabei habe ich festgestellt, dass man mit einem gewissen Einsatz das tun kann, was man sonst nur im Fernsehen sieht. Da war ich 22 Jahre alt und seitdem hat mich diese Leidenschaft nicht mehr losgelassen.“ Diese Faszination führte ihn auch im Berufsleben in weit entfernte Gefilde. Nach seinem Studium im Bereich Verpackung in Stuttgart, Tokyo und Westchina gründete er schließlich eine Unternehmensberatung in Hongkong, die er immer noch leitet. „Ich bin sechs Monate im Jahr unterwegs, beruflich und privat“, erzählt der 52-Jährige, der im Münsterland mit Frau und Sohn zumindest teilweise sesshaft geworden ist. Währenddessen fand er für seine Expeditionen immer Zeit: So durchquerte er Borneo zu Fuß und per Kanu auf den Spuren Heinrich Harrers (1991), suchte in Ecuador nach Schrumpfköpfen (1996) und erkundete den Orinoko (2005). 2011 fuhr er mit dem Auto vom Münsterland bis nach Timbuktu. Meist reist er in einer kleinen Gruppe. „Drei ist eine gute Zahl. Zu dritt passt man gut in einen Jeep, ein Kleinflugzeug oder ein Kanu“, erzählt Rommel. „Dreh- und Angelpunkt ist ein zuverlässiges Team.“In Neuguinea entging Christian Rommel nur knapp einem Lynchmob Orten mit touristischer Infrastruktur geht er bewusst aus dem Weg. „Noch unberührte, kaum erforschte Landschaften zu besuchen, ist mit einem enormen organisatorischen Aufwand und eben auch mit einem gewissen Risiko verbunden“, sagt er. Das hat den Weltenbummler auch schon in mehr als brenzliche Situationen gebracht. Eine Blutvergiftung im Dschungel von Borneo, Hausarrest im Norden von Laos, Warlords, Paramilitärs. In Neuguinea, wo er in einem ambitionierten Projekt etappenweise das Land von Osten nach Westen durchquert, ist bei seiner letzten Tour ein Führer tödlich verunglückt. Die Gruppe entging nur knapp einem Lynchmob, der Blutrache nehmen wollte. Im nächsten Jahr fährt er wieder hin, 300 Kilometer fehlen noch. „Trotz allen Widrigkeiten hat die Leidenschaft nicht nachgelassen“, sagt Rommel. „Es ist jeden Schritt wert gewesen.“ Der Lohn seien atemberaubende Landschaften und interessante Begegnungen. All dies hat Christian Rommel auch in der Danakil-Wüste gefunden. Über seine Erlebnisse auf den Spuren der letzten großen Kamel-Karawanen berichtet er in seinem Vortrag im Sennestadthaus.

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