Ekrem Akcay, Philipp Zelmer, Corinna Münsterteicher und Tobias Trojak (alle 17, v. l.) in der Boulderhalle. - © FOTO: RALF T. MISCHER
Ekrem Akcay, Philipp Zelmer, Corinna Münsterteicher und Tobias Trojak (alle 17, v. l.) in der Boulderhalle. | © FOTO: RALF T. MISCHER

Senne Klettern fürs Selbstbewusstsein

Albatrosschüler kraxeln kostenlos in der Boulderhalle

Senne (rtm). Jeder Weg, sei er auch noch so lang, fängt mit einem kleinen Schritt an. Sechs Schüler der Albatrosschule haben sich auf den Weg gemacht. Seit Herbst 2013 gehen sie regelmäßig auf Klettertour in der Boulderhalle in Senne. Wenn ihre Schulkameraden am Sportunterricht teilnehmen, setzen sie sich in den Schulbulli und hängen anschließend in der künstlichen Felswand.

"Es macht einfach sehr viel Spaß – auch, immer wieder neue Wege zu erklettern", sagt Corinna Münsterteicher. Die 17-Jährige sagt, dass sich bei ihr ein regelrechter Ehrgeiz entwickele: "Diese Strecke schaffe ich jetzt aber auch noch."

Barbara Rohe-Peitzmann weiß, dass die Schüler durch den Sport auf der Kletterstrecke, der sogenannten Boulder, viel Selbstbewusstsein dazugewinnen. Diese sind körperlich beeinträchtigt, manche Bewegungsabläufe fallen ihnen nicht ganz so leicht. Aber auf der Boulder sind sie schon topfit: Einige Teilnehmer, die schon von Anfang an dabei sind, trauen sich sogar schon erfolgreich auf die gelben Kletterstrecken. Die sind besonders schwierig zu erklettern, weiß Sascha Deiters, der die Kletterhalle betreibt. Das 1.500 Quadratmeter große Gebäude wird in der Mittagszeit eigens für die Schüler geöffnet, normalerweise geht der Betrieb erst um 14 Uhr los.

Seit dieser Woche übernimmt Deiters auch die Unkosten für die jungen Kletterer. "Bisher mussten die Schüler selbst die fünf Euro pro Klettertour bezahlen, viele konnten sich die Teilnahme deshalb nicht leisten", sagt Rohe-Peitzmann.

Deiters weiß genau, wie positiv das Bouldern, so heißt das Klettern auf der Traverse, für die körperliche Entwicklung junger Menschen ist – immerhin hat er – auch – eine Ausbildung in der Krankenpflege gemacht. "Bouldern hat enorme therapeutische Vorteile, da sowohl Kraft, Ausdauer als auch Körperkontrolle gefragt sind."

Das Tolle ist, dass der regelmäßige Ausflug in die Kletterhalle den Schülern auch noch großen Spaß macht. Deshalb stellt Deiters der Schule schon jetzt in Aussicht, die Aktion auch nach dem Ende des laufenden Schuljahres weiter zu unterstützen.

Bouldern leitet sich vom Wort aus dem amerikanischen Englisch für Boulder, Felsen, ab. Es ist eine Form des Freikletterns, bei der aber nur so hoch gestiegen wird, wie der Kletterer gefahrlos abspringen könnte.

Die Boulderhalle in der Straße Am Waldbad ist die größte ihrer Art in der Region. Insgesamt können 300 Kletterwege erklommen werden, die Routen werden von den Mitarbeitern ständig erneuert. Das bedeutet, dass die Punkte, an denen sich die Sportler festhalten können, immer wieder an anderen Positionen befestigt werden. Dadurch entstehen für Kletterer regelmäßig neue Herausforderungen.

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