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Senne/Sennestadt Wochenendhäuser: Stadt klagt in Minden

Senne: Zwölf Gebäude sind zu groß

VON SILKE KRÖGER
07.03.2013

Senne/Sennestadt. Mit Klagen gegen Wochenendhäuser ist die Stadt Bielefeld in schöner Regelmäßigkeit am Verwaltungsgericht Minden vertreten. Jetzt sind auch die Verfahren zu illegalen Erweiterungen im Wochenendgebiet am Senner Hellweg angelaufen.

Wie berichtet, hat der – bis heute gültige – Bebauungsplan von 1961 dort kleine Wochenendhäuschen mit einer Wohnfläche von maximal 50 Quadratmetern und einer Grundstücksgröße von rund 1.500 Quadratmetern genehmigt. Die bestehende Rechtslage ist Anfang Februar auch vom Bürgerausschuss noch einmal bestätigt worden (die NW berichtete).

Zwischenzeitlich hatten die Eigentümer ihre Häuser, die fast alle in den 70er Jahren errichtet wurden, immer weiter ausgebaut. Inzwischen sind alle Gebäude auch an die Wasserversorgung und die Kanalisation angeschlossen. Gleichwohl gilt der Bebauungsplan nach wie vor, und auch Dauerwohnen ist dort nicht erlaubt – genau wie im benachbarten Wochenendgebiet im Sennestädter Markengrund. "Zwölf der Häuser entsprechen nicht den Vorschriften", sagte Ulrich Fidler vom städtischen Bauamt auf NW-Anfrage. Durch Anbauten seien die ursprüngliche Größen teilweise verdoppelt worden. In zwei ersten Fällen habe die Stadt Bielefeld inzwischen Klage beim Verwaltungsgericht Minden eingereicht, sagte Fidler, eine davon sei bereits für die Stadt positiv beschieden worden. Dort prüfe das Oberverwaltungsgericht in Münster zurzeit, ob eine Berufung zugelassen werde. "Die Stadt wird schrittweise weitere Verfahren einleiten. Ich hoffe aber natürlich, dass der ein oder andere an uns herantritt und fragt, was er machen muss, um eine Klage zu vermeiden." Eine gütliche Einigung wäre der Stadt am liebsten. Denn der Gang zum Gericht, so Fidler, koste den Eigentümer Geld " und uns Personal". Besser sei es, gemeinsam "eine stabile Lösung" zu finden.

Im Wochenendgebiet Markengrund mit seinen rund 230 Grundstücken und zweierlei Rechtslagen steht die Stadt vor einem ungleich größeren Problem. Fidler: "Wenn wir oben angefangen sind, machen sie an unterer Stelle weiter, das ist wie Hase und Igel. Die Gerichte sind mit solchen Verfahren gut beschäftigt." Auch beim Markengrund sind beim Verwaltungsgericht Minden mehrere Verfahren anhängig.

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