Senne Heinz Junker gestorben

Weggefährten schätzten seine direkte Art und klaren politischen Analysen

Bielefeld. Der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Heinz Junker ist am 30. Dezember im Alter von 89 Jahren gestorben.

Der Politiker wurde in Liemke (Schloß Holte-Stukenbrock) geboren. Nach Volksschule und kaufmännischer Lehre im Süßwarengroßhandel arbeitete er von 1939 bis 1941 als Kaufmannsgehilfe, als er eingezogen wurde.

1941 markiert auch das Ende seiner Mitarbeit in der katholischen Jugendbewegung. Als Soldat wurde er in Russland zweimal verwundet. Nach dem Krieg arbeitete er bis 1949 in der Brackweder Gemeindeverwaltung. Zwei Jahre zuvor war er der SPD und der Gewerkschaft ÖTV beigetreten.

1948 wählten ihn die Jungsozialisten im damaligen Unterbezirk Bielefeld-Halle-Wiedenbrück zum Vorsitzenden. Es folgten ab 1949 über die Gewerkschaftsarbeit drei Jahre Studium an der Hamburger Akademie für Gemeinwirtschaft und bis 1952 Tätigkeit als Sekretär der ÖTV Bielefeld.

Schon 1953 führte den 30-Jährigen sein politischer Weg in die damalige Bundeshauptstadt Bonn, wo er bis 1955 als Referent beim SPD-Parteivorstand tätig war.

Danach trat Junker 1956 eine Stelle als Lehrer für Wirtschaftspolitik an der Heimvolkshochschule Bergneustadt an, die er dann von 1957 bis 1961 leitete.

Im selben Jahr zog er in den Bundestag ein, dem er bis 1980 angehörte. Ab 1966 war er lange Jahre Mitglied des SPD-Bundesvorstandes. Den Bezirksvorsitz der SPD in der Region legte er im Juni 1988 nach 21 Jahren nieder. Die Partei wählte ihn zum Ehrenvorsitzenden.

Für soziale Gerechtigkeit ist Heinz Junker immer eingetreten, schon aufgrund seiner Erfahrungen und Erlebnisse in den 30er und 40er-Jahren.

Seine Weggefährten schätzen seine Lust am konstruktiven Streiten, seine direkte Art und seine klaren politischen Analysen, die durchaus auch in der eigenen Partei auf Widerstände stießen und stoßen – aktuell etwa setzt er sich als Anlieger gegen ein Verlängern der Landebahn des Flughafens Windelsbleiche ein.

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