Hoch die Tassen: Die Helferinnen Heike Johner-Fielstedde (v.l.), Angelika Schwabedissen, Cilly Kausch und Heike Finger stoßen auf den 30. und letzten Weihnachtsmarkt des Familienkreises der Emmausgemeinde an. - © Foto: Carolin Riethmüller
Hoch die Tassen: Die Helferinnen Heike Johner-Fielstedde (v.l.), Angelika Schwabedissen, Cilly Kausch und Heike Finger stoßen auf den 30. und letzten Weihnachtsmarkt des Familienkreises der Emmausgemeinde an. | © Foto: Carolin Riethmüller

Senne Ein letztes Mal feiern um die Christuskirche

Der Familienkreis der Emmausgemeinde organisierte seinen letzten Weihnachtsmarkt. Viele Beteiligte erzählen von ihren Erinnerungen

Carolin Riethmüller

Senne. Der evangelische Familienkreis der Emmausgemeinde hat, pünktlich zu seinem 30. Weihnachtsmarkt, beschlossen, nach diesem Fest aufzuhören. "Wie jede Gruppe haben wie keine Leute mehr gefunden, die die Arbeit übernehmen wollen. Unsere Kinder sind in alle Winde verteilt, und es ist kräftemäßig für die paar Leute nicht mehr zu schaffen", erklärt Doris Rimmert, die hauptverantwortliche Organisatorin. So spielte der Posaunenchor der Senner Gemeinde am Samstag ein letztes Mal weihnachtliche Lieder vor der Christuskirche, der Chor KlangArt gab wieder ein Konzert, und die Kinder der Buschkampschule lockten mit ihrer Gesangvorstellung zahlreiche Gäste in die Kirche. Viele der Besucher, die laut Doris Rimmert so zahlreich erschienen wie immer, werden den "kleinen niedlichen Weihnachtsmarkt" rund um die Christuskirche sicherlich ebenso vermissen wie sie selbst. "Hier trifft man Leute, die man teilweise das ganze Jahr lang nicht gesehen hat." Auch den Ausstellern an den rund 25 Ständen geht es ähnlich. Freudig erzählen sie von ihren schönsten Erinnerungen aus 30 Jahren Weihnachtsmarkt. Eine liebgewordene Tradition ist damit zu Ende gegangen "Als ich noch Kissen verkauft habe", erzählt Inge Planer, die in erster Linie dekorative Beleuchtung anbietet, "kam der Nikolaus jedes Jahr zu mir und hat damit seinen Bauch ausgestopft." Auch das Wetter hätte für viele lustige Momente gesorgt. "Ein Jahr hat es so gestürmt, dass wir die ganze Zeit damit beschäftigt waren, das Dach unserer Hütte festzuhalten." Lachend hält die erfahrene Ausstellerin ein imaginäres Dach fest. Auch Ursula Loewners schönste Erinnerung kam durch das Wetter zustande. "Einmal hat es so geregnet, dass der Posaunenchor unter das Vordach vom Gemeindehaus ziehen musste. Da haben wir auch mal etwas davon mitbekommen", sagt die Marmeladenverkäuferin und freut sich noch im Nachhinein. Jan-Paul Bökenbrink, Leiter des Hauses der Offenen Tür (HoT) Senne, wird vor allem der Märchenwald in Erinnerung bleiben. "Das ist jedes Jahr eine Heidenarbeit, aber wenn die Kinder dann mit leuchtenden Augen wieder rauskommen, weiß man, wofür man es gemacht hat." Doris Rimmerts schönste Erinnerung reicht viele Jahre zurück, als die Kinder der Organisatoren noch klein waren. "Die rannten dann mit der Lichterkette über den Platz, und jedes Kind hatte eine Glühbirne in der Hand. Sie sollten schließlich alle auch mit eingebunden werden." Heute haben viele der Kinder selbst schon wieder Nachwuchs. Und eine geliebte Weihnachtsmarkttradition geht zu Ende. "Das war für mich eine Institution für die Senne", findet Inge Planer. "Wenn ich vom Senner Weihnachtsmarkt gesprochen hatte, dann meinte ich immer diesen hier." Darüber, wie es jetzt weitergeht, möchte sich noch niemand offiziell äußern. Wahrscheinlich wird der Weihnachtsmarkt am Senner Marktplatz jedoch Zuwachs bekommen.

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