Noch nicht lange her: Im Mai vergangenen Jahres erhält Norbert Schwabedißen (l.) aus den Händen von Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt den Senner Ehrenring. - © Silke Kröger
Noch nicht lange her: Im Mai vergangenen Jahres erhält Norbert Schwabedißen (l.) aus den Händen von Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt den Senner Ehrenring. | © Silke Kröger

Senne Sein Herz schlug für seinen Heimatort

Nachruf: Senner Norbert Schwabedißen im Alter von 88 Jahren verstorben

Susanne Lahr

Senne. In Senne trauern viele Menschen um Norbert Schwabedißen. 88-jährig ist der ehemalige Bürgermeister der einst eigenständigen Gemeinde Senne I am Montag nach kurzer Krankheit gestorben. Schwabedißen, dessen Herz immer mit voller Kraft für seinen Ort schlug, hatte noch am Neujahrsempfang des Stadtbezirkes Ende Januar teilgenommen. Für sein vielfältiges Engagement hatte der Stadtbezirk ihm im Mai 2017 mit dem Senner Ehrenring ausgezeichnet. Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt beschränkte sich damals angesichts des enormen Einsatzes von Norbert Schwabedißen für Senne nur auf die Meilensteine. Diese zählte er auch gestern noch einmal auf. Das erste größere politische Amt bekleidete Schwabedißen, der 1957 in die SPD eingetreten war, ab 1967. Er wurde zum Bürgermeister gewählt und blieb es bis zur kommunalen Neuordnung 1973. „Damals hat er dieses Amt nur schweren Herzens abgegeben“, schildert Gerhard Haupt, der den Verstorbenen als „Mann des Ausgleichs“ bezeichnete, dem es stets um den Menschen und nicht um das Parteibuch gegangen sei. Norber Schwabedißen, der beruflich bei der Deutschen Bahn arbeitete, saß weiter im Bezirksausschuss und in der Bezirksvertretung, 1984 wurde er stellvertretender Bezirksvorsteher. In der Zeit von 1973 bis 1984 saß er im Stadtrat, anschließend noch bis 1989 in der Bezirksvertretung. Norbert Schwabedißen war auch eine der treibenden Kräfte für die Partnerschaft mit Concarneau und einer der ersten Senner, die 1967 in die Bretagne fuhren, um den Boden zu bereiten. „Er hat 1969 die Partnerschaftsurkunde in Frankreich unterschrieben“, erinnert sich Haupt. Und: „Norbert Schwabedißen hat bis zuletzt immer alle Angelegenheiten der Partnerschaft begleitet. Er saß immer noch im Arbeitskreis Concarneau, auch wenn er nicht mehr selbst dorthin fahren konnte und kein Französisch sprach. Die Partnerschaft war sein liebstes Kind.“ Schwabedißen habe viel Projekte mitinitiert, wie den Bau der Grundschule Windflöte (damals noch Albert-Schweitzer-Schule) sowie des August-Rhäsa-Hauses (Seniorentagesstätte der Arbeiterwohlfahrt). Außerdem war er viele Jahre Aufsichtsratsmitglied und -vorsitzender der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GSWG) Senne. „In dieser Phase hat er den sozialen Wohnungsbau in Senne mitgeprägt“, sagt Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe. Nach der Politik voller Einsatz für die Arbeiterwohlfahrt Nach dem Ausscheiden aus der Bezirksvertretung hat der Unermüdliche seine Kräfte Richtung Arbeiterwohlfahrt (AWO) verlagert, deren Mitglied er seit 1983 war. Bis 1990 war Schwabedißen stellvertretender Vorsitzender des AWO-Ortsvereins Senne, anschließend bis 2008 Vorsitzender, danach bis 2012 wieder Vize-Chef. „Er hat in dieser Zeit den Ortsverein maßgeblich geprägt“, sagt sein Nachfolgerin Gisela Foerdermann. Unter seiner Leitung sei die Gruppe „Junge Senioren“ ins Leben gerufen worden, die Norbert Schwabedißen, der auch nach 2012 noch als Beisitzer dem Vorstand angehörte, bis zuletzt betreut habe. Norbert Schwabedißen, dessen Ehefrau Eveline vor rund eineinhalb Jahren verstorben ist, hinterlässt drei Kinder und acht Enkelkinder. Gerne ging der Opa zuschauen, wenn seine Enkelkinder Fußball oder Handball spielten. Der Verstorbene selbst hat in seiner Jugend Feldhandball gespielt. Die Beerdigung von Norbert Schwabedißen findet am Dienstag, 13. März, ab 14 Uhr auf dem evangelischen Friedhof in Brackwede statt.

realisiert durch evolver group