Zwischenbericht: Die Emmausgemeinde trennt sich von der Christuskirche und wandelt die Lutherkirche in ein kirchlich-diakonisch-soziales Zentrum um. Über den aktuellen Stand der Planungen berichten Baukirchenmeister Hans Heinrich Möller und Pfarrerin Dorothee Seredszus in der Gemeindeversammlung. Foto: Sibylle Kemna - © Sibylle Kemna
Zwischenbericht: Die Emmausgemeinde trennt sich von der Christuskirche und wandelt die Lutherkirche in ein kirchlich-diakonisch-soziales Zentrum um. Über den aktuellen Stand der Planungen berichten Baukirchenmeister Hans Heinrich Möller und Pfarrerin Dorothee Seredszus in der Gemeindeversammlung. Foto: Sibylle Kemna | © Sibylle Kemna

Senne Ein Abriss wäre fast das Beste

Emmausgemeinde: Es gibt noch keine Lösung für die stillgelegte Christuskirche. Die Lutherkirche wird in sozial-diakonisches Zentrum integriert

Sibylle Kemna

Senne. Es ist nicht gelungen, eine Religionsgemeinschaft zu finden, die die Christuskirche als Gotteshaus weiterbetreiben möchte. Das berichtete Pfarrerin Dorothee Seredszus bei der Versammlung der Emmausgemeinde am Sonntag. Es gebe aber Interessenten für die Nutzung des Gebäudes für Wohnungen, als Archiv oder Begegnungsstätte. „Das ist ein sehr schmerzlicher Einschnitt, dass die Christuskirche als Gottesdienststätte aufgegeben wurde“, schickte Pfarrerin Seredszus voraus. Doch überall gebe es Einschnitte, und es könne immerhin erreicht werden, dass es in jedem Ortsteil einen Ort für Gottesdienst und Gemeindearbeit gebe. Zunächst berichtete die Pfarrerin über die Pläne in Windflöte. Dort sollen die kirchlichen und diakonischen Angebote in der Lutherkirche und dem Gemeindehaus zusammengefasst werden. Baukirchenmeister Hans Heinrich Möller erläuterte, dass das Sozialzentrum von der hinteren Seite erschlossen wird. „Die Treppe im Kirchenraum wird um 90 Grad gedreht. So eröffnet sich die Möglichkeit, diesen Raum multifunktional zu nutzen.“ Die Räume über dem Kirchenraum, die bisher das Archiv beherbergen und über keine Fenster verfügen, sollen „von außen belichtet“ werden, so entstünden zwei große Gruppenräume. „Es ist möglich, alle Gruppen im Gebäude unterzubringen, inklusive HoT Zefi und Nachbarschaftstreff. Allerdings müssen wir den Altar fahrbar machen und sämtliches Mobiliar rausnehmen“, erläuterte Möller. Die Umbaukosten lägen bei etwa 200.000 Euro. Über Mieteinnahmen für das Stadtteilzentrum könne man die Kosten für die Erhaltung des Kirchengebäudes finanzieren. Einige Gemeindemitglieder äußerten Bedenken, ob sich Jugendarbeit und meditative Angebote vereinbaren ließen. Doch Seredszus betonte: „Wir können die Lutherkirche sonst nicht halten.“ Das Zentrum soll nächstes Jahr an den Start gehen. Bei der Christuskirche ist noch keine Lösung in Sicht. „Das Kirchengebäude soll erhalten bleiben, aber weil wir das Gemeindehaus weiter nutzen, haben interessierte Glaubensgemeinschaften abgesagt“, berichtete Seredszus. Sowohl mit einer mennonitischen Gemeinde als auch mit der polnisch-katholischen Gemeinde habe man ,ernste Gespräche‘ geführt“, doch bei 1.000 Besuchern von mehreren Gottesdiensten am Sonntag reichten Letzteren die Parkplätze nicht aus. Es gebe bundesweit einige gelungene Beispiel für den Einbau von Wohnungen in Kirchen, sagte Möller. Sehr viele Investoren hätten Interesse bekundet. Etwa ein Drittel der 14 bis 15 möglichen Wohnungen ginge aber nach Nordwest, das sei sehr unattraktiv und schrecke ab. Ein Wohngruppenmodell werde noch geprüft. „Die dritte Version ist aus wirtschaftlicher Sicht das Beste“, erläuterte die Pfarrerin, „wenn wir die Kirche abreißen, einen Neubau ermöglichen und einen Glockenturm neben das Gemeindehaus stellen.“ Es gebe auch Interessenten, die die Kirche als Archiv, für Seminarräume oder als eine Begegnungsstätte nutzen wollten. „Da würde am wenigsten ins Gebäude eingegriffen, aber da sind noch viele Fragen offen.“ Um für das HoT Christus, dem die Kellerräume der Kirche fehlen, mehr Platz zu schaffen, könne man eine kleine Erweiterung des Gemeindehauses in den Hof hinein vornehmen, so Seredszus.

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