Senne Zauberhafte Musik des Joscho-Stephan-Quartetts

Im Hotel Zur Spitze: Raffinierte und kreative Stücke mit hohem Unterhaltungswert im Kleid des Gypsy Swing

Sibylle Kemna

Senne. Zum ersten Mal kam Joscho Stephan mit drei Mitspielern nach Senne. Sebastian Reimann an der Geige sorgte für eine zusätzliche Bereicherung des Hörerlebnisses. Stephan stellte die Stücke seiner aktuellen Live-CD und von „Django Nuevo“ vor und begeisterte die Zuhörer mit seiner atemberaubenden Spieltechnik und genialen Kompositionen und Arrangements. Der großen Vaterfigur des Gypsy Swing, Django Reinhardt, zollte der Mönchengladbacher Meistergitarrist Tribut, indem er ein halbes Dutzend von Reinhardts Kompositionen spielte – aber mit einem deutlichen eigenen Stempel versehen. Diese mal sehnsüchtig-schmachtenden, mal temperamentvollen Stücke kamen im Hotel „Zur Spitze“ ebenso gut an, wie die Kombinationen des Gypsy Swing mit Latin, Klassik oder Pop. „Hey Joe“ von Jimi Hendrix zum Beispiel, der ja ebenso flink mit den Fingern war, oder Mozarts „Rondo alla turca“, das sich zauberhaft anhörte im Kleid des Gypsy Swing. Beide Konzerte waren ausverkauft, doch blieben aufgrund der Grippewelle zehn Plätze frei, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. „Hier in Senne ist immer ein tolles Publikum, und wir kommen gerne“, sagte der Bandleader. „Dieser Raum hier hat einen guten Klang und Charme, es herrscht ein bisschen Clubatmosphäre, das sorgt immer für eine lockere Stimmung.“ Es macht nicht nur Spaß zuzuhören, sondern auch zu schauen. Stephan drückt auch mimisch die Sehnsucht aus, die er musikalisch umsetzt und es gab viel zum Schmunzeln und Staunen, wenn man beobachtet, mit welcher Leichtigkeit und Kreativität er seine Gitarre ungewöhnliche Töne entlockt. Vater Günter an der Rhythmusgitarre und Volker Kamp auf dem Kontrabass ergänzen den harmonischen Klang, den der Geiger Sebastian Reimann durch melodiöse Töne bereichert. „Ein Wahnsinnskonzert, um Klassen besser als im Vorjahr“, äußerte sich Gitarrenfan Horst Kramer begeistert. Er hörte sich gleich beide Konzerte an. „Virtuos und mitreißend“, lobte auch Andreas Helmecke, der bedauerte, „dass diese Livemusik auf CD nicht so rüber kommt.“

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