Auszeichnung der Besten: Jürgen Albrecht (Stiftung, v.l.) mit Malin Busch, Sven Krieg-Prante, Dieter Mahlke, Heinz Mertineit, Erhard Prellwitz, Hans-Friedrich Thoben (Stiftung), Alfons Günther, Matthias Koch und Paul Busch an der Biostation. Mit den Winterimpressionen belegt Matthias Kochs Foto (Schloß Holte-Stukenbrock) den ersten Platz in der Kategorie „Landschaft". - © Barbara Franke
Auszeichnung der Besten: Jürgen Albrecht (Stiftung, v.l.) mit Malin Busch, Sven Krieg-Prante, Dieter Mahlke, Heinz Mertineit, Erhard Prellwitz, Hans-Friedrich Thoben (Stiftung), Alfons Günther, Matthias Koch und Paul Busch an der Biostation. Mit den Winterimpressionen belegt Matthias Kochs Foto (Schloß Holte-Stukenbrock) den ersten Platz in der Kategorie „Landschaft". | © Barbara Franke

Bielefeld-Senne Sieger des Fotowettbewerbs Rieselfelder Windel geehrt

Stiftung überreicht die Preise in drei Kategorien im Infozentrum der Biostation Gütersloh/Bielefeld. Die 30 Bilder in der engeren Auswahl werden als Wanderausstellung auf Reisen gehen

Susanne Lahr

Senne. Es dauert nicht lange, schon wurde gefachsimpelt. Welche Brennweite, welche Blende, wie hoch war die Lichtempfindlichkeit? Die Sieger des Fotowettbewerbs Rieselfelder Windel kamen nach der Preisverleihung am Sonntagmorgen schnell ins Gespräch, während die Wettbewerbsbilder über die Leinwand flimmerten. Unter dem Dach des Informationszentrums der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld an der Niederheide hatten sie zuvor aus den Händen von Hans-Friedrich Thoben, Vorsitzender des Stiftungsrates der Rieselfelder Windel, ihre Preise entgegengenommen. Rund ein Jahr lang waren Naturliebhaber in und um Bielefeld aufgerufen, ihre besten Fotos aus dem Naturschutzgebiet zu den Themen „Landschaft", „Tiere und Pflanzen" sowie „Naturerleben" einzureichen. Die Stiftung hatte anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens (2015) mit etwas Verspätung im Vorjahr zu diesem Wettbewerb eingeladen. Insgesamt 53 Fotografen reichten 252 Bilder ein. Kein leichtes Unterfangen für die fünfköpfige Jury, in jeder Kategorie die drei Bestplatzierten auszuwählen. Denn die Fotografen hatten viele schöne Momente in den Rieselfeldern eingefangen, die seit 2014 offiziell Naturschutzgebiet sind. Ob Amseln beim Nestbau, Schwarzspechte im Anflug auf ihre Baumhöhle, Haubentaucher bei der Brautwerbung oder wunderbare Wolkenformationen über den verschiedensten Teichen, nächtlicher Sternenhimmel, gefrorene Landschaften oder Nahaufnahmen von Libellen, Schnecken, Kröten und mehr. Naturschutzgebiet und Bielefelder Kleinod soll bekannter werden Die fünfköpfige Jury unter Beteiligung der NW hatte die Qual der Wahl. Die Erstplatzierten erhielten je einen 500-Euro-Gutschein für ein Fotofachgeschäft, die Zweiten einen 100-Euro-Büchergutschein, die Drittplatzierten einen 50-Euro-Buchgutschein. Für Hans-Friedrich Thoben ist der Wettbewerb nicht reiner Selbstzweck, wie er betonte. „Wir wollen auf diesem Weg die Rieselfelder noch mehr bekanntmachen." Noch zu wenige Bielefelder kennen seines Erachtens dieses Kleinod vor ihrer Haustür. Das Naturschutzgebiet diene natürlich in erster Linie dem Schutz von Tieren und Pflanzen, sei aber auch als Naturerlebnisraum gedacht, den gerne noch mehr Menschen nutzen dürfen. Die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld unterhält die Rieselfelder für die Stiftung und hat ein umfangreiches Veranstaltungsangebot. Familie Meyer-Stork als Eigentümerin der Firma Windel hatte 1995 beschlossen, die gemeinnützige Stiftung Rieselfelder Windel unter der Treuhänderschaft der Stiftung für die Natur Ravensberg zu gründen und ihr rund 40 Hektar der Rieselfelder bis zum Ende 2055 unentgeltlich für Naturschutzzwecke zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile sind daraus fast 100 Hektar Schutzgebiet geworden. Fotografen lieben die Ruhe Ginge es nach den Fotografinnen und Fotografen, würden sie dort lieber alles so belassen. Gerade die Ruhe und die Muße ihres Hobbys in dem wenig überlaufenen Naturschutzgebiet mögen sie. Wobei Ruhe durchaus relativ ist. Sven Krieg-Prante, dessen Nachtaufnahme in der Kategorie „Naturerleben" den 1. Platz belegte, berichtete von regelrechtem tierischen Krach in den Rieselfeldern. „Ich war erstaunt, wie laut es nachts dort ist." Paul Busch ist regelmäßiger Gast und hat aus seinen vielen Aufnahmen eine besondere Sammlung von 180 Bildern erstellt, die nun immer weiter ergänzt wird. Auch Tochter Malin hat er bereits für die Motive der Rieselfelder begeistern können. Bald kommt auch der Senne-Film Preisträger Erhard Prellwitz hat nicht nur Fotos von den Rieselfeldern in Senne. Er hat gleich einen 43-minütigen Film über den Stadtbezirk gedreht, der am 2. März im Forum der Realschule Senne gezeigt werden wird. Heinz Mertineit wiederum ist gerne auch nur mit dem Fernglas unterwegs, ansonsten richtet er seine Teleobjektiv am liebsten auf die tierischen Bewohner. Sein Fazit: „Es ist toll, dass die Rieselfelder existieren."

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