Bahnübergang Fechterweg: Dort muss die Sennebahn aus Sicherheitsgründen extrem abbremsen, weil es bislang nur ein Andreaskreuz gibt. Dabei ist die Langsamfahrstelle ärgerlich, weil die Fahrzeiten der Nordwestbahn ausgereizt sind. - © Susanne Lahr
Bahnübergang Fechterweg: Dort muss die Sennebahn aus Sicherheitsgründen extrem abbremsen, weil es bislang nur ein Andreaskreuz gibt. Dabei ist die Langsamfahrstelle ärgerlich, weil die Fahrzeiten der Nordwestbahn ausgereizt sind. | © Susanne Lahr

Bielefeld-Senne Kleiner Bahnübergang bleibt Hemmschuh der Sennebahn

Seit fünf Jahren geplante Halbschrankenanlage am Fechterweg in Senne immer noch nicht gebaut

Susanne Lahr

Senne. Die Modernisierung der Sennebahn zwischen Bielefeld und Paderborn gilt seit dem 14. Juni 2015 offiziell als abgeschlossen. An diesem Tag feierte die Deutsche Bahn mit dem damaligen Verkehrsminister Michael Groschek in einem Festakt die Ertüchtigung der Strecke, die rund 31 Millionen Euro gekostet hat. Seit diesem Tag können die Züge bis zu 100 Kilometer pro Stunde fahren, seit August 2015 gilt der Halbstunden-Takt der Nordwestbahn. Aber es ist mitnichten alles fertig. Ein kleiner Bahnübergang bremst die Züge seit mehr als zweieinhalb Jahren – und wird es wohl weithin tun. Der Bahnübergang Fechterweg in Senne ist nur mit einem Andreaskreuz gesichert. Folglich müssen die Züge der Nordwestbahn abbremsen – wegen der Kurvenlage in Richtung Paderborn auf 40 km/h, in Gegenrichtung auf 60 km/h. Zudem kündigen die Zugführer jeweils mit einem Pfeifsignal ihr Nahen an. Die Anwohner der Sackgasse und des nahen Wohngebietes werden also regelmäßig beschallt. Langsamfahrstelle sollte 2018 weg Eine Halbschranke soll nach bisherigen Planungen am Bahnübergang installiert und ein Wendehammer am Fechterweg errichtet werden. Schon Anfang 2013 hatte sich die Bezirksvertretung dafür ausgesprochen. Gleiches galt für die Bahnübergange Klashofstraße und Westkampweg sowie Kampstraße in Sennestadt, die mittlerweile beschrankt sind. Lediglich am Fechterweg passiert seither nichts – zumindest baulich. Die Planungen der Deutschen Bahn (DB) Netz AG zogen und ziehen sich nämlich immer länger hin. Dabei ist ein Großteil der benötigten Flächen bereits in städtischem Besitz. Die Bahn bräuchte noch ein bisschen Land am Fechterweg, um den Wendehammer bauen zu können, aber dem Vernehmen nach ist auch dieser Eigentümer bereit zu verkaufen. Nur scheint’s, als hätte die DB noch gar nicht gefragt. Umfangreiches Genehmigungsverfahren Als besondere Schwierigkeit ist in der Vergangenheit auch genannt worden, dass die Leit- und Sicherungstechnik angepasst und mit den benachbarten Bahnübergängen abgestimmt werden muss. „Fünf Bahnübergänge müsse in Reihe geschaltet werden“, bestätigt Frank Homann vom Amt für Verkehr, deshalb sei das Genehmigungsverfahren auch umfangreicher gewesen. Die Stadt, betont er, sei dabei nicht involviert, zuständig ist das Eisenbahnbundesamt. „Wir müssen uns nur an den Kosten beteiligen.“ Vor knapp einem Jahr hieß es dann: Der Bahnübergang Fechterweg wird 2018 ertüchtigt. Doch eine vom Amt für Verkehr jetzt an die Bahn weitergereichte Anfrage der NW zum konkreten Zeitpunkt erbrachte eine überraschende Antwort. „Die DB kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage über den Zeitpunkt machen“, sagt ein ebenfalls überraschter Frank Homann. „Diese Situation ist für uns auch neu.“ Es hieß nur, es gebe Probleme, die im Dialog mit der Stadt noch im Januar erörtert werden sollen. "Auf kurzfristigen Ausbau hinwirken" In diesem Gespräch werden beide Geldgeber – die Stadt und der Nahverkehrsverbund (NWL) Westfalen-Lippe – nach den Worten Homanns „ganz dringend auf einen kurzfristigen Ausbau des Bahnüberganges hinwirken“. Seitens der DB war noch keine Stellungnahme darüber zu bekommen, worin nun die Probleme begründet sind.

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