Neue Aufgabengebiete: Volker Steffen hat sich in seinen 33 Jahren als Pfarrer immer wieder neuen Themen zugewandt. Etwa bei der Übernahme der Gemeinde in der Christuskirche. - © Foto: Carolin Riethmüller
Neue Aufgabengebiete: Volker Steffen hat sich in seinen 33 Jahren als Pfarrer immer wieder neuen Themen zugewandt. Etwa bei der Übernahme der Gemeinde in der Christuskirche. | © Foto: Carolin Riethmüller

Senne Pfarrer Volker Steffen geht nach 33 Jahren in Ruhestand

Emmaus: Nach über drei Jahrzehnten in der evangelischen Kirchengemeinde wird sich Pfarrer Volker Steffen im kommenden August verabschieden

Eva Schotte

Senne. Volker Steffen hat in seinen 33 Jahren als Pfarrer in Senne viele Umbrüche erlebt. Nun sorgt er selbst für Veränderungen. Zum 1. August nächsten Jahres wird der Pfarrer im Alter von 63 Jahren in den Frühruhestand gehen. "Ich habe noch so viel vor: Ich möchte ein bisschen islamische Theorie studieren, etwas therapeutisch arbeiten und werde bald zum dritten und vierten Mal Großvater", erzählt er. Mehr Zeit für die Familie "Und ich möchte mehr Zeit für meine Enkel haben, als ich das für meine Kinder hatte." Doch leicht werde es wohl nicht für ihn zu gehen, mutmaßt er. "Meine Frau und ich haben hier ganz intensiv Fuß gefasst und viele Beziehungen aufgebaut." Volker Steffen wurde in einem kleinen Dorf zwischen Herford und Bünde geboren und interessierte sich schon in der Schule für Religion. "Ich hatte immer ganz viele Fragen. Aber es konnte mir nie jemand eine Antwort geben, mit der ich etwas anfangen konnte." So studierte er unter anderem in Bethel und Marburg und trat vor 33 Jahren die Pfarrstelle in der ehemaligen Luthergemeinde an. Begeistert erzählt er von den Aufbruchsjahren rund um 1985, als die Kirchensteuer sprudelte und die Gemeindearbeit ausgeweitet werden konnte. Unter anderem sei vor allem eine Patenschaft in die DDR wichtig für ihn gewesen, in deren Rahmen einmal im Jahr eine Familienfreizeit dorthin unternommen wurde. Soziale Projekte in Buenos Aires "Dass eine Mauer mitten durch unser Land ging, das hat mich schon im Studium sehr beschäftigt. Warum muss das sein?", erzählt er von den Themen, die ihn bewegten. Auch eine Partnerschaft nach Buenos Aires gehörte dazu. Er hatte seinen Bruder zu Zeiten der Hyperinflation dort besucht. "Als ich kam, kostete seine Wohnung umgerechnet 100 DM, als ich fünf Wochen später fuhr, nur noch 60 DM." Diese Gelegenheit habe die Gemeinde genutzt und ein Haus dort gekauft, in dem bis heute soziale Projekte in Buenos Aires stattfinden. 2004 wäre dann die Gewissheit gekommen, dass die Kirchensteuer zurückgehen wird, erinnert er sich. Das war der Auslöser für den Zusammenschluss der drei evangelischen Senner Gemeinden zur heutigen Emmausgemeinde, woraufhin Stellen wegfielen. Als Folge dessen war Pfarrer Volker Steffen alleine für den Bezirk Nord, also die ehemalige Luther- und Christusgemeinde, zuständig. "Das hatte Riesenkonsequenzen für meine Arbeit." Die Partnerschaft nach Argentinien sei zum Beispiel eingeschlafen, meint er mit Bedauern. "Ich höre immer, dass es schade sei, dass ich gehe, aber dass alle es auch verstehen könnten", berichtet der vierfache Vater von den Reaktionen aus der Gemeinde. Seine Aufgaben als Beauftragter für den christlich-islamischen Dialog möchte er gerne noch fortsetzen. Bis Anfang 2019 soll dann hoffentlich ein neuer Pfarrer gefunden sein.

realisiert durch evolver group