Bedauert das Aus: Christina Brinkmann, kommissarische Vorsitzende des Karnevalsclubs Windflöte. - © Foto: Sarah Jonek
Bedauert das Aus: Christina Brinkmann, kommissarische Vorsitzende des Karnevalsclubs Windflöte. | © Foto: Sarah Jonek

Senne Karnevalsclub Windflöte löst sich definitiv auf

Letzte Mitgliederversammlung: Da kein neuer Vorstand gefunden wurde, ist das Ende da

Carolin Riethmüller

Windflöte. Nach gut fünfzehn Jahre mit bunten Umzügen am Rosenmontag und Ständen auf dem Sennefest und Bauernmarkt bei Steinkröger wird sich der Karnevalsclub Windflöte nun auflösen. Da auch am Sonntagabend niemand gefunden wurde, der den Vorstand übernehmen möchte, beschlossen die zwölf Anwesenden der etwa 70 Vereinsmitglieder einstimmig das Ende. „Alle finden es schade, sind aber der Ansicht, dass es so das Beste sei“, berichtet Christina Brinkmann, kommissarische erste Vorsitzende des Vereins, von der Stimmung unter den Mitgliedern. Die beiden Anwärter, die sich im August Bedenkzeit erbeten hatten, um zu entscheiden, ob sie das Amt übernehmen wollen, hatten sich entschieden, doch nicht zu kandidieren.Bielefeld verliert damit seinen einzigen Straßenkarneval Christina Brinkmann und ihr Mann Georg Aberfeld, die nun drei Jahren lang Vorsitzende waren, wollen aus beruflichen Gründen nicht weitermachen. Außerdem sei aus dem Verein zu wenig Unterstützung gekommen, meint Christina Brinkmann. „Wenn man auf den Festen nur noch mit Familienmitgliedern steht – so funktioniert kein Verein.“ Hinzu käme, dass die Organisation des Umzuges immer aufwendiger geworden sei. Die Auflagen der Stadt seien immer mehr geworden, die Anträge komplizierter, und zuletzt sei ein Tor auf dem Versammlungsplatz des Umzugs vor der Grundschule Windflöte umgesetzt worden. „Dadurch passt kein Feuerwehrauto mehr durch die Lücke, und wir hätten uns einen neuen Platz suchen müssen“, so Brinkmann. Wie genau die Auflösung vonstattengehen wird, muss jetzt mit einem Notar besprochen werden. Fest steht aber schon, dass das Geld, das nach der Verteilung und dem Verkauf des Vereinsbesitzes übrig bleibt, an die Offene Ganztagsschule (OGS) der Bahnhofschule gehen soll. „Die Kitas und Schulen in der Windflöte haben sich immer mehr rausgezogen, aber die OGS war bis zuletzt immer aktiv mit dabei“, erklärt Brinkmann. Das solle jetzt mit der Spende gewürdigt werden. „Ich bin da immer mitgelaufen und weiß nicht, wie das nächstes Jahr ohne Rosenmontagsumzug sein wird. Im Moment realisiert man das noch nicht so richtig“, erzählt Brinkmann, die den Verein schon von Kindesbeinen an kennt. Vor allem für die Windflöte sei es schade – der Umzug wäre schließlich auch ein Aushängeschild gewesen.

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