Schulleiterin: Nicola Seidensticker steht seit 2009 an der Spitze der Bahnhofschule. Links hinter ihr ist der zweite Neubau von 1995, rechts der erste Neubau, der in zwei Abschnitten (1936 und 1949) errichtet wurde. - © Silke Kröger
Schulleiterin: Nicola Seidensticker steht seit 2009 an der Spitze der Bahnhofschule. Links hinter ihr ist der zweite Neubau von 1995, rechts der erste Neubau, der in zwei Abschnitten (1936 und 1949) errichtet wurde. | © Silke Kröger

Senne Bahnhofschule wird 125 Jahre alt

Silke Kröger

Senne. Die Geschichte der ältesten Schule in Senne, der Bahnhofschule, findet sich wohlverwahrt in einem dicken Order im Osthusmuseum. Historische Dokumente wie Zeugnisse, Schriften und Fotos, aber auch zahlreiche Presseartikel harren darauf, ausgewertet und zu einer Chronik zusammengefasst zu werden. Die gibt es auch nicht zum 125. Schulgeburtstag. Stattdessen feiert die gesamte Schule - Lehrer, Schüler und auch die Eltern - mit einem gemeinsamen Zirkusprojekt, einer DVD darüber, einer professionellen CD mit dem Bahnhofschulsong und einem Festakt für geladene Gäste. Die Schulgeschichte beginnt in Senne bereits Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Bauerschaft in drei Schulbezirke eingeteilt wurde. So ist es im zweiten Teil des Sennebuchs in einem Aufsatz von Hans Schumacher nachzulesen. Benannt wurden sie nach den Höfen, auf denen sie - zumeist in Nebengebäuden - untergebracht waren. Der Schulbezirk Reckmann war einer davon. Räume und Ausstattung waren ärmlich, den Unterricht erteilten Wanderlehrer, die in der Regel zwei Schulen betreuten. 1892 war es mit dem Provisorium zumindest für die Schule Reckmann vorbei. An der Buschkampstraße stellte Bauer Fastabend ein Grundstück zur Verfügung, dort wurde ein einklassiges Backstein-Schulhaus mit Lehrerwohnung errichtet (Baukosten: 13.500 Mark). Weiß verputzt, beherbergt es heute die Schulmensa und die Hausmeisterwohnung. In den Folgejahren stiegen Einwohner- und Schülerzahlen, das kleine Klassenzimmer platzte aus allen Nähten. Mitte der 30er Jahre erhielt die 1. Gemeindeschule einen Neubau, der 1949 noch einmal deutlich vergrößert wurde. Das reichte viele Jahre aus. Erst Mitte der 90er Jahre wurde ein neuer Trakt angebaut. Zudem bekam die Schule 2004 eine eigene Turnhalle, so dass die Schüler zum Sportunterricht nicht mehr zur Hermann-Windel-Halle gehen mussten. 324 Kinder und 24 Lehrer hat die Bahnhofschule aktuell, in der Vollversammlung in der Turnhalle, passend "Großer Bahnhof" genannt, treffen sie regelmäßig alle zusammen. Vieles hat sich in den vergangenen Jahren verändert: 2005 startete der Offene Ganztag. Die Inklusion und die Integration der Flüchtlingskinder stellen die Grundschule vor neue Herausforderungen. Heute gibt es eine Mensa und Schulkleidung (auf freiwilliger Basis in Rot und Blau), die "prima angenommen" wird, berichtet Nicola Seidensticker (46), seit 2009 Schulleiterin. Beim Festakt am nächsten Freitag wird sie einen chronologischen Überblick geben von der alten Gemeindeschule bis zur modernen Grundschule heute. "Die Schulentwicklung läuft immer weiter, ebenso wie sich die Gesellschaft entwickelt", sagt sie, und fügt lachend hinzu: "Schule bleibt nach wie vor spannend."

realisiert durch evolver group