Bielefeld Polizeiwache Süd: Bezirksdienstchef zieht Sechs-Monats-Bilanz

Friedel Kessemeier ist für Brackwede, Sennestadt, Senne und Gadderbaum zuständig

Judith Gladow

Brackwede/Senne/Sennestadt. In seine neue Stelle hat sich Friedel Kessemeier schon gut eingelebt. Nach "drei Leben bei der Autobahnpolizei", wie er es beschreibt, ist der 55-Jährige nun als Bezirksdienstleiter bei der Polizeiwache Süd sozusagen sesshaft geworden. Der Kontakt zu den Menschen vor Ort sei einer der Gründe gewesen, warum er sich im vergangenen Jahr auf die Stelle beworben hat. Zuvor hatte er fünf Jahre lang die Autobahnpolizei in Herford geleitet. "Ich wollte mich verändern. Und das auf einen Posten, der mir Spaß macht", erzählt er. Seit rund sechs Monaten ist er nun zuständig für Brackwede, Sennestadt, Senne und Gadderbaum und die insgesamt elf polizeilichen Bezirke, von denen jeder noch einmal durch einen Bezirksbeamten betreut wird. Einer davon ist Kessemeier selbst, er hat neben seinen leitenden Aufgaben auch einen eigenen Bezirk: Brackwede-Nord. An seiner neuen Wirkungsstätte schätze er die kulturelle Vielfalt und die Offenheit der Menschen, die ihn zu seiner Freude nicht immer nur auf Polizeiliches ansprechen. "Es ist hier auch unglaublich viel vor Ort und dabei alles so ein bisschen familiär", beschreibt Kessemeier seinen Eindruck von Brackwede, das ihm als Oerlinghausener auch nicht unbekannt ist. Natürlich würden auch andere Themen an ihn heran getragen. Sorgen rund um den Treppenplatz und nächtliche Trinkgelage würden den Brackwedern durchaus unter den Nägeln brennen. Auch wenn er diese Sorgen ernst nehme, seien das eher ordnungsrechtliche Probleme. "Ich bin zwar kein Freund von Zuständigkeits-Ping-Pong, aber wir sind eben nicht immer zuständig", sagt Kessemeier. Eine Verdrängung der Menschen vom Treppenplatz allein sei ohnehin keine Lösung, sondern würde das Problem nur verschieben. Insgesamt sei es im Süden sehr ruhig in Sachen Verbrechen und sehr sicher. "Die Einbruchszahlen sind sehr niedrig", sagt der oberste Bezirksbeamte. Ihm selbst am Herzen liegt ein Thema, das in allen Stadtteilen schon mehrfach öffentlich diskutiert wurde: die Verkehrssicherheit an den Schulen. "Durch wildes Parken kommt es da zu wirklich gefährlichen Situationen für die Kinder", sagt Kessemeier. "Und heraufbeschworen wird das durch die Eltern selbst." Ein Beispiel sei die Situation an der Frölenbergschule, für die sogar schon zwei (kaum genutzte) Elternhaltestellen zur Abhilfe eingerichtet worden sind. "Es wäre besser, wenn die Kinder eben ein paar Meter laufen würden, aber dadurch auch einen sicheren Schulweg hätten."

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