(v.l.) Helga Boldt, Karl-Heinz Imhäuser, Michael Graebener, Lothar Sack, GGG-Referentin Martina Schmerr und Marc Wübbenhorst. - © FOTO: HANNA PASSLICK
(v.l.) Helga Boldt, Karl-Heinz Imhäuser, Michael Graebener, Lothar Sack, GGG-Referentin Martina Schmerr und Marc Wübbenhorst. | © FOTO: HANNA PASSLICK

Gellershagen Wie Räume das Lernen erleichtern

Bundeskongress der "Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule" im Bielefelder Oberstufenkolleg

Von Hanna Paßlick

Gellershagen. Lernen kann effektiv, aber auch frustrierend sein. Für den Erfolg sind viele Faktoren entscheidend. Heute weiß man, dass auch der Raum, in dem gelernt wird, dafür mitverantwortlich sein kann. Mit der Bedeutung der Architektur für die Pädagogik in Schulen hat sich jetzt der Bundeskongress der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule (GGG) beschäftigt. Rund 180 Teilnehmer trafen sich in den Räumen des Oberstufenkollegs und der Laborschule. Sie sprachen über Offenheit, Vernetzung und gedankliche Hürden.

Integrierte Gesamtschulen, so nennen sich Schulen, in denen Schüler mit Haupt-, Real- oder Gymnasialempfehlung gemeinsam unterrichtet werden. Für diese offene Bildungsform setzt sich die GGG deutschlandweit ein. Mit Erfolg: "Die Zahl integrierter Schulen nimmt seit Jahren kontinuierlich zu", sagt Lothar Sack, Bundesvorsitzender der GGG. Heute gebe es Bundesländer, in denen über 50 Prozent aller Schüler integrierte Schulen besuchen würden. Das allein reiche jedoch nicht aus, fordert Sack, der selbst lange Zeit als Lehrer tätig war. Neben der Veränderung der Schulform müsse auch der Schulbau dem Lernzweck angepasst werden.

Offene Räume, warme Farben, hochwertiges Material – um nah an der Praxis zu bleiben, hatten die Kongressteilnehmer im Vorfeld zwölf Schulen besucht, darunter solche in Münster, Herford, Minden und Bielefeld. Lehrer und Schüler führten ihre Besucher herum, präsentierten Konzepte, Veränderungen und Ideen. Im Anschluss trafen sich die Teilnehmer in Bielefeld, um die neuen Anstöße für Raumgestaltung und Lernoptimierung zu vertiefen. Auf großes Interesse stieß dabei die Arbeitsgruppe um Projektleiter Michael Graebener.

Der Mitarbeiter des Amts für Schulentwicklung in Köln hat die Wünsche einiger Schulen zur Raumgestaltung durchsetzen können. "Wir haben Flure und Durchgangsflächen auch für Lernzwecke gestaltet", sagt er. Denn Fläche sei kostbar und dürfe gerade in Schulen nicht ungenutzt bleiben.

Mit der Vernetzung von Architektur und Lernen hat sich auch die Leiterin der "Neuen Schule Wolfsburg" Helga Boldt beschäftigt. "Räume müssen veränderbar sein, offen bleiben und Jugendlichen Bedingungen bieten, unter denen sie optimal lernen können", sagt die ehemalige Schuldezernentin der Stadt Münster. Aus eigener Erfahrung könne sie sagen, dass Schulgebäude in fast allen Städten den größten kommunalen Gebäudestand ausmachen. "Da steckt eine Menge Geld drin", betont die Pädagogin. Diese Schulen nicht zu pflegen und den Gegebenheiten nicht anzupassen, komme einer Verschwendung gleich.

An einer abschließenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von GGG-Referentin Martina Schmerr beteiligten sich neben Helga Boldt auch Michael Graebener, Architekt Marc Wübbenhorst, Lothar Sack und Karl-Heinz Imhäuser von der Montagsstiftung.

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