Wolfgang Semrau, Löschabteilungsführer Gellershagen, blickt fassungslos auf die toten Spiegelkarpfen am Ufer des Flehmannshof-Teichs. Einer der Karpfenkadaver wurde bereits von seinen Artgenossen angefressen. - © FOTOS: SARAH JONEK
Wolfgang Semrau, Löschabteilungsführer Gellershagen, blickt fassungslos auf die toten Spiegelkarpfen am Ufer des Flehmannshof-Teichs. Einer der Karpfenkadaver wurde bereits von seinen Artgenossen angefressen. | © FOTOS: SARAH JONEK

Gellershagen Kampf gegen das Fischsterben

Gestern Abend: Gewässer umgekippt / Feuerwehr-Großeinsatz zur Tierrettung

Gellershagen. Schon seit Tagen haben Jogger und Spaziergänger im Gellershagen-Park tote Fische in dem trüben Teich zwischen Flehmannshof und Koblenzer Straße bemerkt. Doch gestern stieg die Zahl der verendeten Karpfen enorm. Anwohner Egbert Baumhus schlug sofort Alarm.

Knapp 100 tote Karpfen trieben nach Angaben des Hobby-Anglers in dem städtischen Gewässer. Sein Sohn hatte beim Spazieren die Kadaver großer Fische am Ufer bemerkt. Noch lebende Schuppen- und Spiegelkarpfen dümpelten regungslos unter der Teichoberfläche. "Wenn Karpfen sterben, ist das ein deutliches Zeichen für ein umgekipptes Gewässer", sagt der Angler, der ausschließlich bei Steinhagen fischt. Baumhus verständigte das Umweltamt.

Und das Amt bat für die Rettung der Fische die Feuerwehr um Akut-Hilfe. Seit 16.45 Uhr bemühten sich rund 40 Feuerwehrleute (Berufsfeuerwehr und die Löschabteilungen Gellershagen, Babenhausen und Jöllenbeck) um Schadensbegrenzung. Vom Schlauchboot aus zogen die einen verendete Tiere mit Haken und Käschern aus dem Wasser. "Aus hygienischen Gründen", erklärte Norbert Mosig vom Umweltamt. Die anderen zogen gleichzeitig mit zwei großen mobilen Pumpen und den Pumpen der Tanklöschfahrzeuge das sauerstoffarme Wasser aus dem Teich, um es mit Schläuchen und Wasserwerfern zurück in den Teich zu sprühen.

"Die machen das sehr professionell", lobte Mosig. "Durch die Wasserwerfer wird der Teich richtig von oben mit Wassernebel behandelt. Mehr Sauerstoff kann man im Moment da nicht hineinkriegen." Den Untergrund durch Wasserdruck aufzuwühlen, wäre jedenfalls kontraproduktiv. Mosig vermutet, dass die Karpfen an Sauerstoffmangel sterben: "Vom Bültmannshof-Teich kommt aktuell kein Frischwasser mehr nach." Der kleine Bachzulauf ist durch Herbstlaub verstopft. Deswegen glaube er auch nicht an eine hineingekippte giftige Substanz. Eine Wasserprobe hat er trotzdem genommen. Der Einsatz dauerte bis 21.15 Uhr.

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