Bezirksbürgermeister Detlef Knabe (links) und Sozialdezernent Tim Kähler legen einen Kranz nieder. - © FOTO: BARBARA FRANKE
Bezirksbürgermeister Detlef Knabe (links) und Sozialdezernent Tim Kähler legen einen Kranz nieder. | © FOTO: BARBARA FRANKE

Schildesche "Die Zeit heilt nicht alle Wunden"

Pfarrer Hermann Rottmann auf der zentralen Feier zum Volkstrauertag in der Schildescher Stiftskirche

Bielefeld-Schildesche. In den beiden Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts starben mehr als 55 Millionen Menschen. Daran erinnerte Pfarrer Hermann Rottmann in seiner Predigt auf der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag gestern in der Schildescher Stiftskirche.

"Die Zeit heilt nicht alle Wunden", sagte der Pastor und erklärte, dass 80- bis 85-jährige Männer, die den Krieg mitgemacht hätten, noch heute mit Albträumen aus dem Schlaf schreckten. Diese Menschen seien traumatisiert, ihr Leben lang. Die Verletzungen, die die Seele erlitt, seien nicht sichtbar, aber trotzdem vorhanden. Im Krieg gebe es keine Helden, nur verletzte Menschen.

Heute würden traumatisierte Menschen von Notfallseelsorgern begleitet. 1918 oder 1945 gab es das noch nicht. Die Menschen blieben mit ihrer Trauer um eine sinnlose Zeit in ihrem Leben allein. Krieg sei Unrecht, und dürfe nie wieder geschehen. Und dabei toben Kriege bis heute weiter. Aktuell im Nahen Osten oder in Afrika. Krieg und Gewalt sind allgegenwärtig.

Der Schildescher Bezirksbürgermeister Detlef Knabe (SPD) sagte, die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft seien Menschen: Soldaten, Söhne, Ehemänner, Frauen oder Kinder. Das Gedenken schließe auch die Menschen mit ein, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden.
An der Feier beteiligten sich Abordnungen aus Schildescher Vereinen wie die Freiwillige Feuerwehr, die Schützen oder die Kolpingfamilie.

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