Hofft auf weitere Wohnangebote: Eleni Andrianopulu, Leiterin des Welcome-Centres an der Uni Bielefeld. - © Andreas Zobe
Hofft auf weitere Wohnangebote: Eleni Andrianopulu, Leiterin des Welcome-Centres an der Uni Bielefeld. | © Andreas Zobe

Bielefeld Uni Bielefeld sucht Wohnraum für internationale Wissenschaftler

Akutes Problem: Das Welcome Centre der Uni Bielefeld benötigt zusätzliche Wohnungen für die Unterbringung ausländischer Forscher. Doch der verdichtete Wohnungsmarkt und kulturell bedingte Missverständnisse erschweren dieses Vorhaben

Hanna Paßlick

Bielefeld. Zwischen 250 und 300 Wissenschaftler kommen jährlich aus aller Welt an die Universität Bielefeld. Sie arbeiten hier, stärken das Renommee der Hochschule als internationale Forschungsuni, bleiben mal drei Monate, mal mehrere Jahre. Und wer forscht, der muss auch wohnen können. Doch das gestaltet sich derzeit schwierig. Der Wohnungsmarkt in Bielefeld ist hart umkämpft. Das Welcome Centre der Uni stellt zwar etliche Wohnungen bereit und unterstützt ausländische Forscher bei ihrer Wohnungssuche. Aber dieser Wohnraum reicht bei Weitem nicht mehr aus. Vermieter-Pool „Dass der Markt sich so verdichtet hat, ist ein Problem für uns", sagt Eleni Andrianopulu, die Leiterin des Welcome Centers im International Office der Uni. Ihr Team kann bei der Wohnungsvermittlung auf einige Wohnobjekte der Uni (circa 35 Wohnungen) zugreifen. Seit einigen Jahren gibt es außerdem einen Pool aus privaten Angeboten, der etwa 150 Wohnungen umfasst. „Wir unterstützen die Forscher, soweit wir können", betont Andrianopulu. Aber wenn es an den privaten Wohnungsmarkt gehe, könnten sie nicht mehr tun als beraten oder Referenzen auszustellen. Klaffende Lücke „Rund 180 Wohnungen – das klingt vielleicht viel, ist gemessen an der Nachfrage aber zu wenig und bedeutet leider auch nicht, dass die Wohnungen zum besagten Zeitpunkt tatsächlich frei oder möbliert sind", sagt Andrianopulu. Letzteres ist zum Beispiel schlicht notwendig, wenn ein Wissenschaftler für etwa sechs Monate nach Bielefeld komme. Für eine so kurze Zeit richte sich schließlich niemand eine komplette Wohnung ein. Kulturelle Unterschiede Wenn Vermieter heute die Wahl hätten, würden sie sich meist für den Mieter entscheiden, den sie vorab kennengelernt haben und der ihre Sprache spricht – so dass sie ein sicheres Gefühl bei ihm hätten, glaubt Andrianopulu. All das könne etwa ein Chemiker aus Bangladesch in Deutschland nicht bieten. Einmal, weil er kaum oder nur gebrochen Deutsch spricht. Und zum anderen, weil er vor seinem Arbeitsantritt nicht die Möglichkeit hat sich vorzustellen. Viele Neuankömmlinge wissen nicht, wie eine Kommunikation zwischen Vermieter und potenziellem Mieter in Deutschland auszusehen hat. Da bedürfe es vieler Erklärungen und einer großen Portion Geduld – etwa, um zu erklären, wozu eine Kaution benötigt wird und was eine Wohnungsbaugenossenschaft sei. „Mit den privaten Vermietern im Pool haben wir da bereits gute Erfahrungen gemacht", sagt Andrianopulu. Diese würden die notwendige Offenheit und Flexibilität mitbringen und seien bereit, auf Englisch zu kommunizieren. Offene Anfragen Eleni Andrianopulu hofft, dass sich möglichst bald weitere Vermieter und Wohnungen finden. „Gerade jetzt wäre der Zeitpunkt sehr günstig, weil uns für Oktober und November viele offene Anfragen vorliegen."

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