Träne im Knopfloch: Susanne Klein und Reinhard Schäfers schließen den "Kinderflohmarkt an der Hamfeldschule" - © Heimo Stefula
Träne im Knopfloch: Susanne Klein und Reinhard Schäfers schließen den "Kinderflohmarkt an der Hamfeldschule" | © Heimo Stefula

Schildesche Bielefelds erster Kindersachen-Flohmarkt steht vor dem Aus

Heimo Stefula

Schildesche. Als Anfang der 1990er Jahre eine Elterninitiative der Hamfeldschüler auf die Idee kamen, einen Flohmarkt nur für Kindersachen- und Spielzeug ins Leben zu rufen, war die Idee in Bielefeld neu, der erste Flohmarkt "rund ums Kind" der Hamfeld-Förderschule (früher noch Sonderschule) fand noch auf dem Schildescher Marktplatz statt - ohne Dach und ohne Toiletten. Beim zweiten Flohmarkt goss es in Strömen, der Markt fiel buchstäblich ins Wasser und man fand ein Ausweichquartier im ehemaligen Freibad Schildesche - mit Toiletten und Dach. Ideal! Doch dieses Gebäude wurde alsbald abgerissen, der Flohmarkt, der sich schon damals großer Beliebtheit erfreute, zog sich zurück ins Schulgebäude und auf den Schulhof der Hamfeldschule. So war der Flohmarkt "wetterfest" und alles war gut. Vor gut zehn Jahren übernahm die, damals als Schulprojekt gegründete "Hamfeld4ma" unter der Obhut der Lehrer Susanne Klein und Reinhard Schäfers mi Hilfe ihrer Schüler als Kaffeekocher, Waffelbäcker und Parkplatzeinweiser die Organisation des Flohmarktes und modifizierte ihn: es gab heiße Getränke und selbst gebackene Kekse, Bockwurst und Kartoffelsalat - und Waffeln. Es soll Leute gegeben haben, die sich nur wegen dieser Waffeln einmal im Quartal am Samstag nach Schildesche begeben haben. Bis heute wurden etwa 100 "Rund ums Kind"-Flohmärkte organisiert, eine runde Zahl und der richtige Zeitpunkt aufzuhören: "Die Idee wurde in vielen Stadtteilen und Gemeinden aufgenommen", bemerkt Reinhard Schäfers nicht ohne Stolz aber auch mit einer kleinen Träne im Knopfloch, "die Konkurrenz ist groß geworden." Zu groß! Der logistische Aufwand rentiert sich nicht mehr, "in den Hochzeiten haben wir 150 Waffeln an einem Vormittag gebacken und verkauft", bemerkt Susanne Klein, der Umsatz ist aber kontinuierlich zurückgegangen, "beim letzten Mal waren es knapp 30". Der Erlös des Getränke- und Waffelverkaufs ging früher immer auf das Konto des Fördervereins, heute wird es unter den helfenden "Hamfeld4ma"-Schülern aufgeteilt - auch beim allerletzten Flohmarkt am Samstag, 3. Dezember, ab acht Uhr in der Hamfeldschule an der Hamfeldstraße.

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