Schildesche „Erbsenkrug“: die älteste Gastwirtschaft der Stadt hat wieder eröffnet

Mit Verspätung: Sebastian Höptner betreibt neben seinem "Abendmahl" jetzt auch den Erbsenkrug. 40.000 Euro kostete die Instandsetzung

Heidi Hagen-Pekdemir

Schildesche. Ein Jahr später als geplant hat Sebastian Höptner seinen "Erbsenkrug" jetzt offiziell eröffnet. Bis einschließlich Samstag sind täglich ab 18 Uhr alle willkommen, die sich das urige Gasthaus nach seiner Renovierung mal von innen ansehen wollen. Den Anfang machten jetzt Handwerker, Lieferanten und Freunde. Gekauft hat der Gastronom die Immobilie Anfang 2017. Wenig später erlebte Höptner, der auch das angrenzende Restaurant "Abendmahl" (früher Weintaverne) betreibt, eine böse Überraschung. Bei der Sanierung des Fachwerkgebäudes an der Johannisstraße entdeckten die Handwerker Efeu im Gemäuer. Ein großer Teil der Eichenbalken war beschädigt. »Es bleibt vorerst alles so, wie es war« 40.000 Euro kostete die Instandsetzung. Mit dem Geld wollte der Betreiber ursprünglich den Schankraum umgestalten. Doch er musste anders entscheiden: "Es bleibt vorerst alles so, wie es war." Gäste werden im Vergleich zum früheren "Erbsenkrug" kaum Veränderungen feststellen. Geblieben sind die Nischen, die Holztische, Stühle und Bänke. Lediglich die Lampen wurden gegen Modelle aus den 1960er Jahren ausgewechselt. Höptner hat sie beim Aufräumen auf dem Dachboden gefunden. Das Speiseangebot, auf der Karte als "bunt und weltoffen" beschrieben, reicht von der Potthucke aus Schnippelschinken, Leberwurst und Schmand bis zur Mulligatawny, der indischen Hühnersuppe mit Curry. Ganz anders ist die Ausrichtung des deutlich kleineren Restaurants "Abendmahl", das von der Feinschmeckerbibel "Gault Millau 2018" erstmals eine Kochmütze erhielt. Die Speisen kommen aus einer gemeinsamen Küche Trotz der unterschiedlichen Konzepte kommen sämtliche Speisen aus einer gemeinsamen Küche. Vor der Zusammenlegung musste der Küchenchef in der ersten Etage der alten Weintaverne die Speisen zubereiten. Den "Erbsenkrug" übernommen hat Höptner von Herbert Groß. Der Gastronom und frühere Radrennfahrer beim Bielefelder RC Zugvogel begann an seinem 70. Geburtstag im Februar 2017 einen mehrwöchigen Abschied aus dem idyllischen Ortskern. Groß hatte das Lokal seit 1990 mit Gerhild Schumann geführt.

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