Abbruch: Mitarbeiter der Firma Hagedorn reißen die Gebäude des ehemaligen Karl-Pawlowski-Hauses ab. - © Sylvia Tetmeyer
Abbruch: Mitarbeiter der Firma Hagedorn reißen die Gebäude des ehemaligen Karl-Pawlowski-Hauses ab. | © Sylvia Tetmeyer

Schildesche Aus für altes Pflegehaus am Bielefelder Meierfeld

Das Evangelische Johanneswerk ersetzt das Karl-Pawlowski-Haus. Es entsteht ein Alten- und Pflegeheim mit rund 80 Plätzen in sechs Wohngruppen

Sylvia Tetmeyer

Schildesche. Der Abbruchbagger leistet ganze Arbeit. Immer wieder bricht der Sortiergreifer Mauerwerk und Holzteile aus dem Altbau. Viele Anwohner bleiben stehen und verfolgen den Fortschritt der Abbrucharbeiten. Wo am Meierfeld einst drei Gebäude standen, plant das Evangelische Johanneswerk ein neues Alten- und Pflegeheim. Die Bezirksvertreter, die sich schon mehrfach mit den Plänen beschäftigt hatten, votierten während der jüngsten Sitzung einstimmig für die Beschlussvorlage der Verwaltung. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Georg-Martin Sauer erklärte, dass die Einwände der Anwohner bezüglich der Wegeführung berücksichtigt wurden. "Westlich des Gebäudes soll ein Fußweg erhalten bleiben", sagt Manuela Schadt aus dem Bauamt. Bis 2016 wohnten noch 67 ältere Menschen im damaligen Karl-Pawlowski-Haus. Im Herbst 1985 wurde das Gebäude offiziell als eigenständiges Altenheim im Johannesstift eröffnet. Ursprünglich diente es einem anderen Zweck: Als Wohnheim für Schüler der Fachschule für Sozialarbeit wurde es Ende 1964 eingeweiht. Kurz vorher war der Gründer und langjährige Leiter des Johannewerkes, Pastor Karl Pawlowski, gestorben. Die sinkende Nachfrage nach Wohnheimplätzen führte Anfang der 1980er Jahre zu einer Umnutzung des Hauses. Der wachsende Bedarf an Heimplätzen für Senioren sorgte für eine Umwandlung in ein Alten- und Pflegeheim. Dies entsprach irgendwann nicht mehr den geforderten Standards, so dass das Johanneswerk im vergangenen Jahr an der Babenhauser Straße das neue Karl-Pawlowski-Haus eröffnete. Auf dem etwa 0,57 Hektar großen Plangebiet südlich des Meierfeldes und westlich der Beckhausstraße ist ein Neubau mit drei Vollgeschossen und einem Flachdach geplant. Die Gebäudehöhe beträgt maximal 9,40 Meter. "Der Neubau wird sich somit in Bezug auf die geplante geringere Höhe besser als das vorhandene Bestandsgebäude in die Umgebung einfügen", heißt es in der Verwaltungsvorlage. Neben den rund 80 Pflegeplätzen in sechs Wohngruppen soll es ein öffentliches Nachbarschaftscafé und eine Aufenthaltsfläche im Haus geben. Jede Etage beherbergt zwei Wohngruppen mit jeweils 13 bis 14 Pflegeplätzen. Jede Wohngruppe hat einen gemeinschaftlich, nach Süden ausgerichteten Wohnbereich mit Küche und Außenwohnbereich. Das Gebäude ist barrierefrei und seniorengerecht geplant. Im westlichen Teil wird ein "Demenzgarten" für die Bewohner angelegt. Das "Alten- und Pflegeheim Meierfeld" ist für Senioren geeignet, die Pflegeleistungen in Anspruch nehmen. Die verkehrstechnische Anbindung erfolgt über die Straße Meierfeld. Im Plangebiet befindet sich eine Privatstraße, die der Zulieferung dient - und als Feuerwehrzufahrt der rückwärtigen Gebäude. Angrenzend liegt ein Schwesternwohnheim. Im nordöstlichen Teil sind zwölf Parkplätze vorgesehen. Der Bauherr hat darüber die Möglichkeit, bei Bedarf im Südosten 20 weitere Plätze zu schaffen.

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