Mitten im Lavendeltopf: 14 Eier brütet diese Ente an der Zapfsäule einer Tankstelle aus. Michael May beschützt sie. - © Sarah Jonek
Mitten im Lavendeltopf: 14 Eier brütet diese Ente an der Zapfsäule einer Tankstelle aus. Michael May beschützt sie. | © Sarah Jonek

Bielefeld Ente sucht sich unmöglichen Brutplatz in Bielefeld

Gefährlich: Das Tier brütet an einem mehr als ungünstigen Ort

Ansgar Mönter

Bielefeld. Drei Monate ist es her, da bekam Michael May ungewöhnlichen Besuch. Ein Erpel begrüßte ihn morgens an seiner Tankstelle in Schildesche. Der Betreiber fütterte ihn. Seitdem sind die beiden Freunde. Jeden Morgen kommt der Erpel in die Tankstelle und schnattert. Dann holt May Toastbrot oder Haferflocken und füttert ihn. Freundschaft mit einem Entenerpel Vor drei Wochen dann brachte das Entenmännchen sogar sein Weibchen mit. Das nistete sich im Lavendelkübel vor der ersten Zapfsäule ein und legte einen Tag nach dem anderen ein Ei. 14 sind es insgesamt geworden. Die brütet sie jetzt aus. Tankstellenbetreiber Michael May kümmert sich um das Entenpärchen. Er füttert sie und er beschützt sie. "Legt euch nicht mit den Enten an" „Wer sich mit den Enten anlegt, der legt sich mit mir an", sagt er. Aber seine Kunden reagieren fast alle gerührt und begeistert. Doch die gemeinsame Zeit neigt sich einem Ende entgegen. „Wenn die Küken schlüpfen, bringe ich sie zum Johannisbach", sagt May. Er ist vorbereitet. Eine Transportbox steht bereit, ein Züchter berät ihn. Bis es soweit ist, genießt er die Tage mit seinen tierischen Freunden an der Zapfsäule.

realisiert durch evolver group