Bielefeld/Wroclaw Dumm gelaufen für Autodiebe: GPS-Ortung führt Bielefelder Kripo zu BMWs im Ausland

Autodiebstahl: GPS-Technik macht schnelle Festnahmen in Polen und Tschechien möglich

Jens Reichenbach

Bielefeld/Wroclaw. Als die Polizei den Diebstahl von zwei hochwertigen BMWs in Schildesche und Vilsendorf meldete, war davon auszugehen, dass die Täter hoch spezialisiert sind und professionell vorgehen. Einen Tag später muss man diesen Eindruck revidieren, beide Fahrzeuge wurden per GPS-Ortung in Polen und Tschechien ausfindig gemacht und von der örtlichen Polizei sichergestellt. Zwar hatten die Täter - wie berichtet - Funkwellenverlängerer benutzt, um die modernen Keyless-Systeme (schlüssellose Technologie) der Autos mit den Transpondern im Haus zu verbinden und so zum Öffnen und Starten der Fahrzeuge zu nutzen. Dafür wurde ihnen nun eine andere technische Finesse der Autos zum Verhängnis. Wie Polizeisprecher Michael Kötter auf Anfrage bestätigte, konnte die Kripo die beiden Fahrzeuge per GPS-Ortung ausfindig machen. In mindestens einem Fall war sogar noch der Täter im Auto, als die Kollegen im Ausland zugriffen. Beide Bielefelder Fahrzeuge konnten von den örtlichen Polizeibehörden sichergestellt werden. Genaue Details zu den Vorgängen lägen allerdings noch nicht vor, so Kötter. Der Bestohlene muss sein Fahrzeug wohl selbst in Polen abholen Der 64-jährige Besitzer des gestohlenen X 5 aus Schildesche ist einerseits sehr zufrieden, als ihm die Kripo mitteilte, dass sein SUV am Donnerstagmorgen wiedergefunden wurde. Die Ermittler hätten ihn in einem kleinen Ort bei Wroclaw (Breslau) in Polen geortet und dann von der polnischen Polizei sicherstellen lassen. Andererseits erwarteten ihn jetzt so einiger Aufwand. Denn die Versicherung hole erfahrungsgemäß gestohlene Autos aus dem Ausland nicht zurück. Das müsse der Bestohlene wohl selbst erledigen. Auch der 6er BMW aus Vilsendorf konnte geortet werden - allerdings in Tschechien. Die deutsch-polnische Grenze gilt unter vielen Autoknackern längst als zu gefährlich. Viele Kuriere nehmen deshalb längst den Umweg über die tschechische Grenze in Kauf, sagen Experten. Normalerweise bauen die Täter das GPS-Modul sofort aus Dass die Kripo so einen schnellen Erfolg feiern kann, wundert die Ermittler selbst. Normalerweise bauten internationale Autoschieber die verräterischen GPS-Module sofort aus. In diesem Fall haben sie es versäumt.

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