Viele besorgte Bielefelder haben der Bielefelder Feuerwehr fest gefrorene Gänse und Schwäne am Obersee gemeldet. - © Oliver Krato
Viele besorgte Bielefelder haben der Bielefelder Feuerwehr fest gefrorene Gänse und Schwäne am Obersee gemeldet. | © Oliver Krato

Bielefeld Bielefelder melden Feuerwehr eingefrorene Tiere am Obersee

Ein Schwan soll angeblich bereits verendet sein

Alexandra Buck

Bielefeld. Schwere Vorwürfe gegen die Bielefelder Feuerwehr wurden am Donnerstag Abend laut. "Im Obersee stecken Vögel im Eis fest und verenden. Ein Schwan scheint schon tot zu sein aber die Feuerwehr will dafür nicht ausrücken", schreibt ein Bielefelder auf Facebook. Viele Anrufe haben auch die Bielefelder Lokalredaktion erreicht. Alle mit demselben Tenor: In der Eisfläche auf dem Obersee stecken Schwäne, Gänse und Enten fest und niemand tut etwas. Mehrere Bielefelder konnten demnach nur schwer davon abgehalten werden, sich selbst auf das noch viel zu dünne Eis zu begeben um die Tiere zu "retten". Ein Bielefelder, der nicht mit Namen genannt werden möchte, berichtet von "Hilferufen" der "eingefrorenen Tiere". Mit dem Tierarzt am See Bei der Feuerwehr heißt es, man sei sehr wohl im Einsatz gewesen. Bereits am Morgen habe man am See nach dem Rechten gesehen, berichtet Gerald Schönwälder von der Bielefelder Feuerwehr. "Eine Graugans saß auf dem Eis, wirkte aber nicht beeinträchtigt." Zusammen mit einem Tierarzt haben man sich dann am späten Nachmittag noch einmal auf den Weg gemacht. "Doch auch der Tierarzt sah keine Veranlassung, das Tier retten zu müssen." Weil die Graugans auch am Freitag Morgen noch immer an dem selben Platz auf dem Eis saß, wurden die Kräfte der Feuerwehr dann doch aktiv und wagten sich mit Kälteschutzanzügen in den kalten See. Schon nachdem man sich dem Tier nur geringfügig genährt habe, sei es einfach davon geflogen, heißt es bei der Feuerwehr. Dem Anschein nach sei keinem Tier etwas passiert, auch von einem toten Schwan sei nichts bekannt. Verletzte Tiere auf Hilfe angewiesen Wenn Teiche, Seen und sogar Flüsse zufrieren, fürchtet so mancher besorgte Naturfreund, dass Enten und andere Wasservögel auf der Eisfläche festfrieren könnten. Diese Sorge ist jedoch weitgehend unbegründet, betont Vogelexperte Heinz Kowalski vom Naturschutzbund NRW (NABU). Die Vögel seien zwar barfuß unterwegs, an solch widrige Umstände aber bestens angepasst. Dass sie auch an den federlosen Füßen nicht auskühlen, dafür sorgt das so genannte Wundernetz, das nach dem Prinzip des Wärmetauschers funktioniert. Allerdings können bei lange anhaltendem Frost kranke oder verletzte, immobile Tiere im Eis einfrieren. Diese sind dann auf menschliche Hilfe angewiesen. Im Wundernetz der Vogelbeine liegen feine Blutgefäße sehr dicht beieinander. Das arterielle Blut strömt darin vom knapp 40 Grad warmen Körper Richtung Füße. Dabei fließt es sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füßen wieder zum Körper zurück transportieren.

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