Bielefeld Mutiges Reh streift durch Bielefelder Innenstadt-Gärten

Jüngst hat ein Bielefelder niedlichen Besuch in einem Schildescher Garten fotografiert. Wildtiere werden immer öfter in Innenstädten gesehen

Alexandra Buck

Bielefeld. Was für ein hübscher Besucher ist denn da in einem Schildescher Garten aufgetaucht? Jürgen Welk hat das Reh an der Apfelstraße, Ecke Hohes Feld, fotografiert. Das Tier ist durch die Hinterhöfe gestreift, die an die alte Ziegelei grenzen, berichtet Welk.Vermutlich war das Tier auf Nahrungssuche, das Futterangebot ist zu dieser Jahreszeit in Wald und Feld schließlich nicht allzu ausschweifend. Immer zutraulicher Kreisjagdberater Albrecht Henke weiß, dass Rehe in den vergangenen Jahren immer zutraulicher geworden sind. Schon lange gelten sie wie etwa der Waschbär als Kulturfolger, die sich am Rande der Städte wohl fühlen, und sogar bis in die Innenstädte vordringen. Besonders gern suchen die Tiere Gärten auf, die sich in Waldnähe befinden. Sie sind nämlich Feinschmecker und lassen sich durchaus auch mal gern eine leckere Rosenblüte oder Kirschen schmecken. Wer keine Rehe in seinem Garten möchte, kann sich mit hohen Zäunen behelfen. Die sollten mindestens 1,50 Meter hoch sein. 200 Rehe in Magdeburg Wildtiere entdecken zunehmen die Stadt als Lebensraum für sich. Neben Rehen fühlen sich auch Wildschweine, Füchse, Marder oder Waschbären in unmittelbarer Nähe des Menschen wohl. In Magdeburg etwa leben inzwischen rund 200 Rehe und mehrere größere Wildschweingruppen. Berlin gilt mit mehreren Tausend Tieren als Schweine-Hauptstadt. Aber auch in anderen Großstädten wie München oder Köln seien die Tiere heimisch, berichtet Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband. Moritz Klose, Wildtierexperte bei der Umweltschutzorganisation WWF, sieht mehrere Gründe für diese Entwicklung. Weil gerade bei Wildschweinen die Bestände stark gestiegen seien, suchten die Tiere nach neuen Lebensräumen - und gelangten dabei auch in die Städte. „Auch hier finden sie genug zu fressen", sagt Klose. Hinzu komme, dass die Tiere auf städtischem Gebiet weniger Angst vor Jägern haben müssen.   Lesen Sie auch: Zahmes Reh futtert sich durch Babenhauser Gärten

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