Prüfung: Bevor mit dem Bau begonnen werden konnte, hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Löcher gebohrt (vorne). - © Sylvia Tetmeyer
Prüfung: Bevor mit dem Bau begonnen werden konnte, hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Löcher gebohrt (vorne). | © Sylvia Tetmeyer

Schildesche In Bielefeld werden mobile Appartements für Studenten aufgebaut

Hans Westfeld baut an der Beckhausstraße 42 mobile Studentenappartements. Die Holzmodule sind per Lkw aus Süddeutschland gekommen

Sylvia Tetmeyer

Schildesche. Hans Westfeld ist froh, dass es nun endlich weiter geht. Wochenlang musste der Bauherr auf grünes Licht vom Kampfmittelbeseitigungsdienst warten. Danach waren Bauferien. Jetzt liegen alle Genehmigungen vor. Wenn die Stadtwerke mit ihren Arbeiten fertig sind, können die ersten Mieter einziehen. "Das ist spätestens Ende März der Fall", verkündet der Bielefelder, der an der Beckhausstraße 42 Studentenappartements baut. Das Besondere: Die so genannten Variowohnungen bestehen aus Holzmodulen und sind transportabel. Die Boxen kommen aus Süddeutschland. "Für den Transport der 4,20 Meter breiten Bauelemente brauchten wir eine Sondergenehmigung", erklärt Michaela De Carlo, die das Projekt betreut. In Schildesche werden die Appartements schließlich zu einem massiven Haus aus Brettsperrholz zusammengesetzt und eingerichtet. Am Ende sind alle Wohnungen mit Bad und Küche ausgestattet. Sie verfügen außerdem über Balkon oder Terrasse. Westfeld ist davon überzeugt, dass sich mit der modularen Holzblockbauweise Energiekosten senken lassen. "Wir haben ein Effizienzhaus 40 plus. Das ist förderungsfähig", erklärt der Investor. Zurzeit testet der Bauherr zwei verschiedene Heizsysteme . "Damit werden herkömmliche Heizkörper überflüssig", sagt Westfeld. Ein Appartement ist bereits mit einer Strahlungsheizung ausgestattet. Der Sachverständige für Gebäudeschäden und Lehrbeauftragte will zudem Anreize für die Studenten schaffen, Energie zu sparen. Wer beispielsweise wenig Wasser oder Strom verbrauche, zahle weniger Miete als die Pauschale vorsehe. "Die Mietbindung beträgt zehn Jahre. Die rund 24 Quadratmeter großen Appartements kosten 360 Euro Warmmiete", sagt De Carlo. Im Preis sind neben Heizung, Strom, und Wasser auch die Kosten für Internet und TV enthalten. Die Erdgeschosswohnungen sind barrierefrei. Die Investitionskosten betragen rund zwei Millionen Euro. "Allerdings muss davon die Fördersumme abgezogen werden", sagt Westfeld, der für die Zukunft ein weiteres Gebäude plant. "Dann wollen wir die Module aber hier in einer Halle fertigen", kündigt er an. Nur so könne man witterungsunabhängig arbeiten. Viele neue Ideen sollen schon beim neuen Gebäude zum Einsatz kommen. So sollen spezielle Wasserspararmaturen eingebaut werden. Durch die automatische Spülung der Leitungen will der Bielefelder einer Verunreinigung durch Legionellen vorbeugen. "Ein gut gebautes Holzhaus hält genauso lange wie ein Massivbau", versichert Hans Westfeld. Für ein Objekt wie er es geplant habe, müsse eine Bauzeit von sechs Monaten einkalkuliert werden. Das zehn Zentimeter dicke Fichtenholz sei wasserfest verleimt. "Für die Einzelmodule haben wir etwa 240 Schrauben verwendet", erläutert Zimmermann Matthias Flachmann. Zurzeit sind zwei Dutzend Mitarbeiter verschiedener Handwerksbetriebe damit beschäftigt, Stromleitungen zu ziehen, Lüftungsrohre zu montieren, die Wände weiß zu lasieren und die Appartements einzurichten.

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