Gefährlich: Heimleiterin Claudia Stiller (l.) und Bewohnerin Vroni-Maria Wolter wünschen sich, dass man bald besser über die Babenhauser Straße kommt. - © Sylvia Tetmeyer
Gefährlich: Heimleiterin Claudia Stiller (l.) und Bewohnerin Vroni-Maria Wolter wünschen sich, dass man bald besser über die Babenhauser Straße kommt. | © Sylvia Tetmeyer

Gellershagen Gefahr für Fußgänger: Bezirkspolitiker fordern Tempo 30 an der Babenhauser Straße

Bewohner des Karl-Pawlowski-Hauses kommen kaum zum Geschäftszentrum

Sylvia Tetmeyer

Gellershagen. "Hier gehört ein Überweg hin. Das ist bei anderen Einrichtungen ja auch so", betont Vroni-Maria Wolter. Die 68-Jährige lebt im Karl-Pawlowski-Haus. Um zum Geschäftszentrum zu gelangen, muss sie die Babenhauser Straße überqueren. "Das ist gefährlich", sagt Andrea Engelke. Die Mitarbeiterin im Alten- und Pflegeheim kann die Verkehrssituation von ihrem Büro aus täglich beobachten. "Ich sehe sehr oft, dass hier Bewohner auf dem Bürgersteig entlanglaufen. Einige gehen direkt vor dem Haus über die Straße, andere versuchen zu einer der beiden Verkehrsinseln zu kommen", erzählt Engelke. Wer auf den Rollator oder Rollstuhl angewiesen sei, habe jedoch große Mühe. "Da sind 100 Meter manchmal schon viel." "Wir haben schon vor unserem Einzug im März gewusst, dass die Verkehrssituation nicht einfach ist", sagt Claudia Stiller. Die Leiterin des Alten- und Pflegeheims hat den Bezirksvertretern das Problem bereits im vergangenen Jahr geschildert. Ein Antrag der Grünen wurde einstimmig beschlossen. Darin wurde ein Prüfauftrag an die Verwaltung gerichtet, in dem es um die Aufstellung einer Fußgänger-Ampel in Höhe des Einkaufszentrums geht. Als Begründung führten die Politiker an, dass im "Babenquartier" viele Menschen mit Unterstützungsbedarf wohnen, die vom Hauspflegeverein und von Bethel regional betreut würden. "Um ins Grüne zu kommen oder die Geschäfte des Einkaufszentrums zu besuchen, ist das Überqueren der Babenhauser Straße erforderlich", heißt es in dem Antrag. Ein gesicherter Übergang "über die viel befahrene" und "durch Straßen- und Parkplatzeinmündungen unübersichtliche Straße" sei hierfür nötig. Die Straßenverkehrsbehörde lehnte die Aufstellung einer Ampelanlage im November 2016 ab. Die vorhandenen Mittelinseln würden eine ausreichende Hilfe bieten, um die Babenhauser Straße sicher zu überqueren. Verkehrszählungen und eine Auswertung der polizeilichen Unfallstatistik hätten gegen eine weitere Querungshilfe gesprochen. Da inzwischen mehr Häuser im "Babenquartier" entstanden sind, soll es aber eine erneute Prüfung geben. Auch Ulrich Steinmetz, der eine Eigentumswohnung im Quartier besitzt, hat jetzt mit einem Schreiben an die Behörde auf das Problem aufmerksam gemacht. "Es ist hoch riskant, die Splittenbrede kurz vor der Babenhauser Straße zu überqueren. Ich bin schon fast angefahren worden, weil ich nicht schnell genug rennen konnte", sagt der 63-Jährige. Zwar gebe es am Rewe-Markt einen Zebrastreifen quer über dem Parkplatz, dieser ende jedoch im Nichts. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Georg-Martin Sauer (Grüne) erklärt, dass die Politiker erneut einen Antrag stellen werden. Darin wird eine Tempo-30-Regelung von der Splittenbrede bis zum Köckerhof angeregt. Ein Zusatzschild soll auf das Altenheim hinweisen. "Die bestehenden Querungshilfen fallen optisch nicht ins Auge", findet Claudia Stiller.

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