Martin-Niemöller-Gesamtschule: Der Abriss ist beschlossene Sache, auch die Bezirkspolitiker sprechen sich für einen Neubau aus. Der soll an der Apfelstraße, Ecke Westerfeldstraße entstehen. Die Sportanlage bleibt am bisherigen Standort erhalten. - © Jens Reddeker
Martin-Niemöller-Gesamtschule: Der Abriss ist beschlossene Sache, auch die Bezirkspolitiker sprechen sich für einen Neubau aus. Der soll an der Apfelstraße, Ecke Westerfeldstraße entstehen. Die Sportanlage bleibt am bisherigen Standort erhalten. | © Jens Reddeker

Schildesche Dezernent Witthaus nimmt Stellung zu Gesamtschule Schildesche

Udo Witthaus bestätigt, dass die genannte Summe auf jeden Fall benötigt wird, aber: "Das sagt noch nichts darüber aus, wie teuer der Bau tatsächlich wird"

Sylvia Tetmeyer

Schildesche. Nachdem die Bezirksvertreter während der Oktober-Sitzung einen Bericht der Verwaltung zum aktuellen Stand der Neubauplanung eingefordert hatten, gab nun Schuldezernent Udo Witthaus Einblick - und stellte sich der Diskussion der Politiker. Dabei schaffte er es nicht, die Skepsis auszuräumen. Auf Nachfrage der CDU-Fraktion bestätigte der Dezernent, dass der Bau mindestens 42 Millionen Euro verschlingen wird. Knackpunkt ist für viele die Verkleinerung der Schule auf dem Grundstück Apfel-, Ecke Westerfeldstraße. "Ich habe das Gefühl, dass keine ausreichende Prüfung stattgefunden hat", sagt Stephan Godejohann (Grüne). Er wünscht sich, dass der Neubau am bisherigen Standort verwirklicht wird. "Warum kann man das nicht Zug um Zug realisieren?" "Es gibt veränderte Brandschutzbedingungen", betont Witthaus. Auch seien bei der Größe der Schule die möglichen "Auslagerungsszenarien" deutlich umfangreicher als bei der Gesamtschule Rosenhöhe oder dem Max-Planck-Gymnasium. Eine Containerlösung lehnt der Dezernent für Schildesche ab: "Dieses Geld ist nicht gut angelegt und hat nichts mit einer nachhaltigen Schulentwicklungspolitik zu tun." "Ich finde wichtig, dass die Schule hier am Standort ist", meint Susanne Kleinekathöfer (SPD). Die Sozialdemokratin versteht nicht, dass an der Rosenhöhe die Containerlösung favorisiert worden ist. "Dort haben wir eine andere Situation, weil die Schule 4-zügig ist", sagt Witthaus. Dennoch sei die Variante mit drei Millionen Euro teurer, als andere Modelle. Die Martin-Niemöller-Gesamtschule soll von 8 auf 6 Züge reduziert werden. "Das Thema brennt den Schildeschern auf den Nägeln. Viele verstehen nicht, dass die Schule nach 40 Jahren schon abgängig ist", berichtet Steve Wasyliw (CDU). Der Christdemokrat fordert die Verwaltung deshalb auf, eine Kostenaufstellung vorzulegen - mit den möglichen Alternativen. Bezirksbürgermeister Detlef Knabe (SPD) betont, dass die Gesamtschule weit mehr ist als nur eine Schule: "Hier proben Gesangsvereine, es gibt kulturelle Veranstaltungen und die Stadtteilbibliothek ist im Gebäude untergebracht." Die Mehrzahl der Bezirksvertreter kann sich nicht vorstellen, dass diese Nutzungen auch weiterhin in dem Neubau Platz finden, der deutlich kleiner werden soll. Witthaus: "Eine Lösung ist, dass Veranstaltungen unabhängig vom Hauptgebäude stattfinden. Bislang waren die Bedingungen bei Theateraufführungen häufig schwierig wegen der Technik." Für den Dezernenten bietet das Vorhaben die "Riesenchance" einen "zukunftsfähigen Neubau für das 21. Jahrhundert" zu bekommen.

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