Blick Richtung Innenstadt: Die Beckhausstraße ist Einbahnstraße ab der Brüggemannstraße. Der Knotenpunkt zur Schildescher und danach zur Stadtheider Straße ist trotz Ferien total überlastet. - © Andreas Frücht
Blick Richtung Innenstadt: Die Beckhausstraße ist Einbahnstraße ab der Brüggemannstraße. Der Knotenpunkt zur Schildescher und danach zur Stadtheider Straße ist trotz Ferien total überlastet. | © Andreas Frücht

Schildesche Wegen Großbaustellen: Bielefeld-Schildesche aktuell nur schwer zu erreichen

Beckhausstraße: Die Baustelle wechselt in einigen Tagen auf die andere Fahrbahnseite. Dann wird auch die Brüggemannstraße voll gesperrt

Arno Ley

Schildesche. Im Berufsverkehr reicht der Stau in der Beckhaus- und Engersche Straße gegenwärtig oft von der Schiller- bis zur Herforder Straße. Der Knotenpunkt am Johanneskrankenhaus ist nur nach langen Wartezeiten zu überwinden. Ursachen sind mehrere Baustellen, Fördergelder aus Berlin und die Planungen der Deutschen Bahn. In den kommenden Tagen wird es noch schwieriger. Ohne Frage: Die Oberfläche der Beckhausstraße zwischen Schildescher und Brüggemannstraße hatte eine Erneuerung lange nötig. Es ist inzwischen gute geübte Praxis in Bielefeld, dass solche Bauvorhaben mit den Stadtwerken, Telekommunikationsunternehmen und dem städtischen Umweltbetrieb abgesprochen werden. Bevor die Fahrbahndecke ersetzt wird, werden auch Strom-, Gas- und Wasser- und Telefonleitungen sowie die Abwasserkanäle erneuert, falls dies notwendig erscheint. Dies lässt sich gegenwärtig an der Beckhausstraße beobachten. Weil die Stadtwerke eine große Gasleitung dort einbauen lassen, ist die Fahrtrichtung zur Innenstadt gesperrt. Die offizielle Umleitungsempfehlung aus Schildesche geht durch die Stadtheider zur Herforder Straße (in der es dann allerdings auch eine Baustelle gibt). Verkehr verhält sich nicht so, wie die Planer es gerne hätten. Viele Autofahrer weichen jetzt über die Schildescher und die Brüggemannstraße der Baustelle in der Beckhausstraße aus. Noch ist dies möglich. Mitte August allerdings kommt der Fahrbahnbau in die Beckhausstraße. Die Einbahnstraßenrichtung bleibt. Die Baustelle aber wechselt die Seite. Und damit ist dann die Ein- und Ausfahrt der Brüggemannstraße dicht. Nächstes Schlupfloch zur Herforder Straße ist dann die Bahnüberführung Schildescher Straße. Und was ist die Ursache dieser Probleme? Letztlich eine Entscheidung der Bundesregierung. Bekanntermaßen fehlt vielen Städten das Geld, um die Infrastruktur zu erhalten. 2015 kamen die Berliner Regenten auf die Idee, mit einem "Kommunalen Investitionsfördergesetz" (Komm-Invest) den Städten kurzfristig zu helfen. Bielefeld bekam beispielsweise 4,2 Millionen Euro für den Straßenbau angeboten. Ziel musste die Verringerung des Lärms sein. Im Amt für Verkehr wurde eifrig geplant: die Potsdamer Straße bekam eine lärmmindernde Fahrbahndecke, in Ubbedissen an der Oerlinghauser, Ecke Detmolder Straße wird ein Kreisverkehr eine Ampel ersetzen. Auch das soll den Lärm verringern. Und in Schildesche bekommt die Beckhausstraße auch eine lärmmindernde Fahrbahndecke. Ursprünglich sollten alle Umbauten nach dem Komm-Invest bis 2018 fertig sein. So hatten die Berliner es gewünscht. Und so wurde in Bielefeld geplant. Inzwischen hat man es sich in der Bundesregierung anders überlegt. Dort muss die Fertigstellung nun erst bis 2020 angezeigt werden. Doch in Schildesche gab es kein Halten mehr. Denn inzwischen gibt es einen ganzen Geleitzug von Baustellen, die aufeinander folgen werden. Die wichtigsten beauftragt die Deutsche Bahn. Die wird 2018 unter anderem ihre Überführungen Schildescher und Schillerstraße voll sperren, um sie zu erneuern. Bis dahin will die Stadt die Beckhausstraße komplett fertig haben; unter anderem mit einem Kreisverkehr an der Brüggemannstraße. Es gehört zum Pech der Autofahrer aus Schildesche, dass die Planer gleichzeitig die Fahrbahn der Apfelstraße zwischen Hohem Feld und Sudbrackstraße erneuern. Damit ist gegenwärtig diese Verbindung zwischen Innenstadt und Schildesche unterbrochen. Und manches erscheint fast absurd. So wurde vor knapp zwei Jahren eine separate Linksabbiegespur aus der Brüggemann- auf die Herforder Straße durch gelbe Markierungen gesperrt. Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt sah sich durch einen Erlass des Landesverkehrsministers gezwungen zu handeln. Die Ecke hatte sich zur "Unfallhäufigkeitsstelle" entwickelt. Für die zweite Spur an der Ausfahrt hätte nach Ansicht aus Düsseldorf eine Ampel aufgestellt werden müssen. Das erschien unsinnig, wurde doch bereits der Kreisverkehr geplant. Jetzt aber trägt das Fehlen dieser Linksabbiegespur erheblich dazu bei, die Autoschlange im Berufsverkehr deutlich zu verlängern.

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