Bielefeld Vier mögliche Standorte für das Ich-Denkmal

"Bielefelder Flaneure" favorisieren Platz vor der Galerie Samuelis Baumgarte / Politik soll im September entscheiden

VON DENNIS ROTHER
Norbert Schaldach fotografiert Henner Zimmat (v. l.) – es fehlt nur noch der Sockel. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Norbert Schaldach fotografiert Henner Zimmat (v. l.) – es fehlt nur noch der Sockel. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Bielefeld. Sieben Jahre ist es mittlerweile her, dass die "Bielefelder Flaneure" in der Innenstadt ein so genanntes Ich-Denkmal errichten wollten. Das Geld dafür – rund 10.000 Euro – hatten sie großteils durch Spenden schnell beisammen, auch die Bezirksvertreter fanden die Idee toll. Trotzdem fehlte bisher noch ein Standort. Im September soll in der Bezirksvertretung Mitte eine Entscheidung fallen – und die Flaneure haben auch schon einen Platz im Visier.

An der Ecke Niederwall/Altstädter Kirchplatz – vor der Galerie Samuelis Baumgarte – sei der ideale Standort, finden Norbert Schaldach und Henner Zimmat. "Die Menschen können sich mit dem Rathaus im Hintergrund fotografieren lassen", sagt Flaneur Schaldach.

Die ursprüngliche Idee, dem "Ich" ein Denkmal zu setzen, hatte der Satiriker Hans Traxler. In Frankfurt stellte er im Jahr 2005 die erste Skulptur mit goldener "Ich"-Aufschrift auf, seit 2007 gibt es auch eine in Kassel. Die Flaneure brachten das Projekt nach Bielefeld. Die Denkmäler bestehen aus einem Sockel aus rotem Eifelsandstein, der ohne Statue aufgestellt wird. Statt Personen der Zeitgeschichte auf ein Podest zu heben, stellen sich die Bürger selbst drauf und präsentieren sich als Kunstwerk. "Denn jeder Mensch ist einzigartig", sagt Norbert Schaldach.

Bei einem Rundgang mit Vertretern von Bezirksvertretung und Verwaltung haben sich die Flaneure neben dem Platz vor der Galerie Baumgarte noch drei weitere mögliche Standorte angeschaut. In Frage kommt auch noch ein Platz vor dem Ratscafé am Niederwall, der Bahnhofsvorplatz und ein Ort am Waldhof mit dem Ratsgymnasium im Hintergrund.

Umfrage

Bald wird in der Innenstadt   ein steinerner Sockel stehen, auf dem sich die Bürger selbst als Kunstwerk inszenieren können. Braucht Bielefeld das so genannte "Ich-Denkmal"?

Ergebnisse

Wenn die Politik sich nach der Sommerpause festlegt, wäre es bereits die dritte Entscheidung zum Standort des Ich-Denkmals: Im Jahr 2009 war die Ecke Viktoriastraße/Heeper Straße angedacht, 2011 folgte die gepflasterte Mittelinsel zwischen Rathaus und Ratscafé. Die jüngste Variante scheiterte nicht zuletzt daran, dass der Sockel Großveranstaltungen wie dem Leinewebermarkt im Weg gestanden hätte.

Die Flaneure haben das Ich-Denkmal nicht nur finanziert und in Auftrag gegeben, sondern sind mit dem Sockel auch schon durch die Stadt gezogen, um Werbung für ihre Idee zu machen. Die Menschen probierten sich als Denkmalsfiguren aus. Das kam gut an, sagt Schaldach. " Jeder ist mit einem Lächeln wieder hinabgestiegen."

Dass sich die Entscheidung so lange hinzieht, müsse wohl daran liegen, dass es sich um ein Geschenk an die Stadt handelt."Die sind bekanntlich nicht immer leicht anzunehmen", sagt Zimmat. Und wenn er doch bis 2014 warten muss? "Dann kommt das Denkmal eben passend zum Stadtjubiläum."

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group